Abszess

Der Abszess ist eine Eiteransammlung im Körpergewebe oder einem parenchymatösen Organ. Im Gegensatz dazu stellt das Empyem eine Eiteransammlung in einer präformierten Körperhöhle dar.

Pathophysiologie

Eiteransammlungen im Gewebe oder in parenchymatösen Organen können durch bakterielle Absiedlung aus der Blutbahn (hämatogene Abszedierung; Beispiel Leberabszess, Amöbenabszess), durch eine Verletzung (auch durch unsaubere Kanülen; Beispiel: Glutäalabszess) oder durch Einwanderung von Nachbarorganen (Beispiel: interenterische Abszesse beim fistelnden Morbus Crohn) oder der Haut (Beispiel: Furunkel) entstehen.

Förderlich sind

  • eine schlechte Durchblutung des Absiedlungsgebiets (Beispiel: Abszess am diabetischen Fuß)
  • eine starke Entzündung aus anderem Grund, die zu einer bakteriellen Superinfektion prädisponiert (Beispiel: abszedierende Pankreatitis)
  • eine allgemeine körperliche Abwehrschwäche (Beispiele: Immundefizienz, Kachexie)

Diagnostik

Lokale Schmerzhaftigkeit, Fieber und erhöhte Entzündungsparameter weisen auf eine lokale bakterielle Entzündung hin. Bildgebende Verfahren zeigen den Abszess.

Therapie

In der Regel werden größere Abszesse rasch durch Punktion, Drainage oder Operation entlastet. In Einzelfällen kann die Wirkung einer alleinigen antibiotische Therapie abgewartet werden.

Verweise