ANP

ANP bedeutet atriales natriuretisches Peptid oder neuer: Alpha-Typ natriuretisches Peptid. Es wurde früher als atrialer natriuretischer Faktor bezeichnet. ANP ist ein Hormon aus der Herzvorhofmuskulatur, das die Nieren zur Natriumausscheidung anregt. Es gehört zu einer Gruppe von Faktoren, die eine erhöhte Natriumausscheidung in den Nieren bewirken, zu der auch BNP und CNP (BNP, brain natriuretic peptide; CNP, C-type natriuretic peptide) gehören.


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Physiologie und Pathophysiologie

Eine Dehnung der Herzvorhöfe führt zur Bildung und Freisetzung von ANP durch Abspaltung von einem Vorläuferprotein (Praepro-ANP). ANP wirkt offenbar sowohl endokrin als auch parakrin. Die Freisetzung von ANP wird durch das von Mastzellen gebildete Histamin gehemmt. 1)Regul Pept. 2009 Jun 5;155(1-3):33-8 Eine Mastzelldegranulation, wie sie beim akuten Koronarsyndrom oder Herzinfarkt auftritt, kann bei Herzkrankheiten von pathogenetischer Bedeutung sein.

Der ANP-Plasmaspiegel steigt bei myokardialen Entzündungsreaktionen im Gegensatz zum Plasmaspiegel von BNP (brain-derived natriuretic peptide) nicht an. 2)J Investig Med. 2009 Jan;57(1):29-32

Das atriale natriuretische Peptid hilft, wie auch BNP und CNP, den Körper vor übermäßiger Flüssigkeitsansammlung, zu hohem Blutdruck und einer Überlastung des Herzens zu schützen. Bei kritisch Kranken kann es ein Marker für eine drohende Dekompensation des Kreislaufs darstellen. 3)J Transl Med. 2019 Dec 12;17(1):415. doi: 10.1186/s12967-019-02165-2. PMID: 31830996; PMCID: … Continue reading

Wirkungen

ANP dient im Wesentlichen der Herzentlastung. Dies funktioniert auch bei einer Herzinsuffizienz und geschieht über die Senkung des Blutvolumens und des Blutdrucks. Es beugt einer kardialen Hypertrophie vor. 4)Handb Exp Pharmacol. 2009;(191):341-66

Folgende weitere Funktionen des atrialen natriuretischen Peptids werden angenommen:

  • Erweiterung der Arteriolen.
  • Verminderung der Natriumrückresorption in den Nieren und damit der Rückführung von Lösungswasser in die Blutbahn. Somit trägt ANP dazu bei, das Blutvolumen zu vermindern und das Herz zu entlasten.
  • Hemmung der Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems durch Hemmung der Freisetzung von Renin und Aldosteron.
  • Steigerung des Fettabbaus (Lipolyse) im Fettgewebe, wobei große Adipozyten (Fettgewebszellen) mehr Rezeptoren exprimieren als kleine. 5)Pept Sci. 2008 Aug;14(8):972-7

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

 

Literatur

Literatur
1 Regul Pept. 2009 Jun 5;155(1-3):33-8
2 J Investig Med. 2009 Jan;57(1):29-32
3 J Transl Med. 2019 Dec 12;17(1):415. doi: 10.1186/s12967-019-02165-2. PMID: 31830996; PMCID: PMC6909604.
4 Handb Exp Pharmacol. 2009;(191):341-66
5 Pept Sci. 2008 Aug;14(8):972-7