Bananen

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“J Agric Food Chem. 2002 Dec 18;50(26):7586-92) Antioxidanzien Bananen enthalten antioxidative Substanzen (pflanzliche Polyphenole); es wird angenommen, dass sie daher gegen oxidativen Stress der Körperzellen wirken.”

Artikel aktualisiert am 19. Juli 2023

Bananen (Musa sp.) sind einkeimblättrige große Staudenpflanzen mit im Reifezustand gelben Früchten, die für sich genommen landläufig alleine als Bananen bezeichnet werden. Die Zuchtformen haben im Gegensatz zu den Wildformen keine Samen. Die Früchte gehören zu den wichtigsten Nahrungsmitteln, insbesondere in Entwicklungsländern.

Gesunde Ernährung


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Bananenanbau


Der Anbau für den Weltmarkt erfolgt in subtropischen und tropischen Zonen, wobei große Plantagen mit Monokulturen bewirtschaftet werden. Die daraus erwachsenden Probleme betreffen den mit Urwaldrodungen einhergehenden Landverbrauch. Die Stauden tragen nur einmal, laugen den Boden aus und werden nach 2 Jahren ersetzt. Die Probleme betreffen auch die Anfälligkeit gegen Schädlinge und Erreger und den dadurch begründeten Anstieg des Pestizidverbrauchs. Tiere sowie Menschen, die in der Nähe solcher Plantagen leben sind erheblich gefährdet bzw. Pestizid-belastet; Pestizide lassen sich auch in Bananenschalen nachweisen.((Environ Toxicol Chem. 2013 Nov;32(11):2576-83)) ((Environ Res. 2011 Jul;111(5):708-17)) ((Environ Res. 2012 Aug;117:17-26))

Grüne und gelbe Bananen

Bananen werden in grünem Zustand geerntet, in Kühlschiffen an den Bestimmungsort geliefert, und dort in Reifekammern unter Ethylen (Ethen, ein Reifebeschleuniger) reifen gelassen, bis sie in gelbem Zustand an die Märkte verschickt werden. Schwärzlich-dunkelbraune Stellen in der gelben Schale deuten auf Verletzung der Schale und Oxidation. Um dies zu verhindern wird die Schale häufig gewachst; dem Wachs ist meist Thiabendazol gegen Pilzbefall zugesetzt, was auf der Ware nicht ausgewiesen werden muss [siehe hier]. Eine andere Methode, schwarze Flecken zu vermindern, ist eine UVC-Bestrahlung. ((Sci Rep. 2022 Dec 9;12(1):21352. doi: 10.1038/s41598-022-25716-y))

Unreife grüne und reife gelbe Bananen unterscheiden sich in ihrem Gehalt an Stärke und Glukose: während des Reifungsprozesses wird Stärke in Zucker umgewandelt, so dass sich das Stärke-Zucker-Verhältnis von etwa 20:1 auf etwa 1:20 ändert.

Wert für die Ernährung

Inhaltsstoffe

In einer Banane von etwa 100 g Gewicht befinden sich etwa 75% Wasser, 23 g Kohlenhydrate (in unreifem Zustand vorwiegend Stärke, in reifem Zustand ganz überwiegend Glukose, Fruktose und Saccharose), 1 g Eiweiß und praktisch kein Fett (unter 0,3g).

Elektrolyte

Bananen sind reich an Kalium (etwa 350 mg) und enthalten auch Magnesium (30 mg).

Vitamine

Bananen können zum Tagesbedarf verschiedener B-Vitamine (vor allem B5, B6, B9) beitragen, enthalten jedoch nur relativ wenig Vitamin C, Calcium und Eisen. Die Menge der Inhaltsstoffe variiert je nach Sorte und Herkunft der Bananen beträchtlich. ((J Agric Food Chem. 2009 Sep 9;57(17):7857-69)) ((J Agric Food Chem. 2009 Sep 9;57(17):7870-6)) ((J Agric Food Chem. 2002 Dec 18;50(26):7586-92)

Antioxidanzien

Bananen enthalten antioxidative Substanzen (pflanzliche Polyphenole); es wird angenommen, dass sie daher gegen oxidativen Stress der Körperzellen wirken. ((J Food Sci. 2011 Nov-Dec;76(9):C1292-9)) Anthocyane gehören zu den gesundheitsfördernden antioxidativen Substanzen von Bananen. Eine gezielte Beeinflussung der zuständigen Transskriptionsfaktoren soll zu  einer Erhöhung des Anthocyangehalts von Bananen führen. ((BMC Res Notes. 2023 Jun 13;16(1):103. DOI: 10.1186/s13104-023-06375-2))

Serotonin

Bananen enthalten Serotonin (5-Hydroxytryptamin) und erhöhen die Ausscheidung von 5-Hydroxyindolessigsäure (HIES) über die Nieren. Die Werte können bereits nach 3 Bananen über der oberen Normgrenze liegen und die Karzinoid-Diagnostik stören, die sich auf eine erhöhte Konzentration von Serotonin im Urin stützt. ((Gut. Mar 1960; 1(1): 44–47))

Dopamin

Bananen sind reich an Dopamin (2,5 – 10 mg / 100 g Fruchtfleisch) ((J Agric Food Chem. 2000 Mar;48(3):844-8)). Der Fall einer Patientin mit exzessivem Bananenverzehr lässt annehmen, dass dadurch eine Hyperdopaminämie (bis 210 ng/ml, normal bis 6,2 ng/ml) ausgelöst wurde, die wiederum mit ihrem psychisch auffälligen Verhalten assoziiert war ((Brain Dev. 2007 Jul;29(6):369-72)). Erfahrungen mit dem Effekt von Dopamin in der Nahrung sind ansonsten spärlich.

Lektine

Bananenlektine gehören zu einer Gruppe von Proteinen, die Kohlenhydrate (z.B. auch auf Zelloberflächen und Krankheitserregern) erkennen und an sie binden, ohne sie zu verändern. Sie binden auch an die HIV-1-Reverse-Transkriptase und hemmen ihre Aktivität. Über diese Fähigkeit hemmen sie auch die Proliferation von Krebszellen und stimulieren die Makrophagenaktivitäten. ((Molecules. 2014 Nov 17;19(11):18817-27. DOI: 10.3390/molecules191118817))

Wirkung auf den Stuhlgang

Es wird immer wieder vermutet, dass Bananen wegen ihres Gehalts an Serotonin die Bereitschaft für vermehrte Darmtätigkeit (Peristaltik) und Durchfall (Diarrhö) erhöhen. Dies wird durch Untersuchungen an gesunden Probanden, die über Tage hinweg 12 Bananen aßen, jedoch nicht gestützt; sie hatten außer einem Gefühl der Sättigung keine sonstigen Symptome angegeben. ((Gut. Mar 1960; 1(1): 44–47)) Das bedeutet nicht, dass besonders empfindliche Menschen, die in dieser Studie nicht repräsentiert waren, nicht doch mit Stuhlgangsproblemen reagieren können.

Bananen sind reich an Ballaststoffen. Dies soll erklären, dass gelegentlich Bananen bei Neigung zu Diarrhö einen stuhlgangsregulierenden Effekt ausüben.

Glykämischer Index

Zur Abschätzung der Wirkung von Bananen auf den Zuckerstoffwechsel des Körpers wird der glykämische Index verwendet. Für Glukose wird er als 100 angesetzt; demgegenüber liegt der von reifen Bananen bei 50 – 70. ((Diabetes Care. 2008 Dec;31(12):2281-3)) Dies ist bei der Einbeziehung von Bananen in den Diätplan bei der Diabetes-Behandlung zu berücksichtigen.

Der Verzehr von Bananen erhöht offenbar nicht das Risiko eines Typ-2-Diabetes. ((BMJ. 2013 Aug 28;347:f5001))

Verweise

 

 


Autor: Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (s. Impressum)