SonoVue

SonoVue ist ein Kontrastmittel, mit dem sich bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) Blutgefäße und Organstrukturen besser darstellen lassen. Es handelt sich um das Gas Schwefelhexafluorid (SF6), welches in kleinsten Phospholipidvesikeln (etwa 2,5 µm Durchmesser) gefangen ist. Diese Mikrobläschen werden ins Blut injiziert und reflektieren dort die vom Applikator ausgesandten Ultraschallwellen. Die Vesikel platzen innerhalb kurzer Zeit, und das Gas wird über die Lungen abgegeben.

Siehe auch unter Kontrastmittelsonographie

Beispiel: Tumordiagnostik in der Leber

Um eine Raumforderung in der Leber kontrastreich darzustellen, wird zunächst der interessierende Bereich mit dem Schallkopf eingestellt; anschließend wird der mechanische Index des Ultraschallgeräts auf 0,1 – 0,3 MI erniedrigt, so dass das Bild sehr dunkel wird. Nun wird das Kontrastmittel in eine Vene injiziert. Im Bild werden die nichtlinearen harmonischen Anteile des reflektierten Mikrobläschensignals zur Darstellung verwendet, während das lineare Gewebesignal unterdrückt wird. Dies ermöglicht eine selektive Kontrastanhebung der durchbluteten Bezirke. Der Kontrastverlauf im beobachteten Bereich wird kontinuierlich per Video aufgezeichnet.

Da Tumore sich meist in ihrer Durchblutung vom umgebenden normalen Lebergewebe unterscheiden, stellen sie sich nach Anflutung des Kontrastmittels entweder kontrastreicher oder kontrastärmer als die Umgebung dar. Auch in der nachfolgenden Auswaschphase des Kontrastmittels zeigen sich meist Unterschiede zwischen Tumorgewebe und im normalen Lebergewebe. Mit Hilfe der Durchblutungscharakteristika kann häufig ein hepatozelluläres Karzinom, eine fokal noduläre Hyperplasie (FNH), ein Hämangiom oder eine Tumormetastase wahrscheinlich gemacht werden.

Indikationen


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Verweise



Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).