Pregabalin

Pregabalin (Lyrica ®) ist ein GABA-Analog, das eng verwandt mit Gabapentin ist. Es wird zur Behandlung einer Reihe zentral nervöser Störungen verwendet, so von epileptischen Anfällen, neuropathischen Schmerzen und Angststörungen [1].

Das Wichtigste

Kurzgefasst
Pregabalin ist ein Medikament zur Behandlung leichter epileptische Anfälle und von lang dauernden Schmerzen. Es senkt die Erregungsbereitschaft des Nervensystems und die Schmerzschwelle. So wirkt es beispielsweise günstig bei postoperativen Schmerzen, der Fibromyalgie, den Nervenschmerzen bei der Zuckerkrankheit, dem Juckreiz und dem Reizdarmsyndrom. Unter den Nebenwirkungen ist besonders auf eine vermehrte Schläfrigkeit zu achten.

Wirkungsweise von Pregabalin

Pregabalin ist ein hoch affiner Ligand von speziellen Untereinheiten von spannungsabhängigen Kalziumkanälen, es behindert den Kalziumeinstrom in Gehirnzellen und damit ihre übermäßige Erregbarkeit.

Wirkungen

Pregabalin hat folgende Wirkungen:

  • Vorbeugung und Kupierung partieller epileptischer Anfälle [2]. Vermutlich ist es etwas wirksamer als Gabapentin [3].
  • Besserung postoperativer Schmerzen
    • nach Tonsillektomie (zusammen mit Prednisolon) (NW: Schwindel) [4],
    • nach Mastektomie [5].
  • Besserung von Schmerzen, so z. B.
  • Besserung viszeraler Schmerzen beim Reizdarmsyndrom durch Anhebung der sensorischen Schmerzschwelle auf Normalniveau (ansteigende Dosierung von 50 bis 200 mg/d, gemessen an der rektalen Empfindlichkeit auf Druck) [13]
  • Antagonisierung des toxischen Effekts von Kupfer auf das Gehirn [14], was bei der Behandlung von Kupfer-Stoffwechselstörungen (wie dem Morbus Wilson) eine Rolle spielen kann.
  • Besserung des Restless-Legs-Syndroms: Die Beschwerden lassen nach, und der Schlaf verbessert sich. Gute Verträglichkeit. Die Nebenwirkungenseien gering; berichtet wird von Schläfrigkeit und Konzentrationsmangel [15][16][17].

Nebenwirkungen

Die hauptsächlich berichteten Nebenwirkungen beziehen sich auf Schläfrigkeit, Konzentrationsmangel und Schwindel. Zudem führt Pregabalin wahrscheinlich zu einem Vitamin-B12-Mangel [20].

Pregabalin hat offenbar ein geringes Missbrauchs-Potential (Gefahr des Pregabalin-Abusus bei Medikamenten- und Drogenabhängigkeit) [21].


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Verweise

Literatur

  1. ? Clin Ther. 2007 Jan;29(1):26-48
  2. ? Expert Rev Neurother. 2008 Jul;8(7):1013-24
  3. ? BMC Neurol. 2010 Nov 1;10:104
  4. ? Acta Anaesthesiol Scand. 2011 Mar;55(3):297-305
  5. ? Acta Anaesthesiol Scand. 2011 Mar;55(3):290-6
  6. ? Open Rheumatol J. 2010 Oct 11;4:35-8
  7. ? Am J Health Syst Pharm. 2007 Jul 15;64(14):1475-82
  8. ? Zilliox L, Russell JW. Curr Treat Options Neurol. 2011 Jan 28. [Epub ahead of print]
  9. ? Anticancer Res. 2010 Jul;30(7):2927-33
  10. ? Pain Pract. 2010 Dec 29. doi: 10.1111/j.1533-2500.2010.00430.x. [Epub ahead of print]
  11. ? Clin Drug Investig. 2010;30(8):517-31
  12. ? J Pain Res. 2010 Feb 25;3:11-4
  13. ? Gut. 2007 Sep;56(9):1218-25
  14. ? Marmolino D, Manto M. Neurosignals. 2010 Dec 30. [Epub ahead of print]
  15. ? Neurology. 2010 Jun 8;74(23):1897-904.
  16. ? Sleep Med. 2010 Jun;11(6):512-9.
  17. ? Sleep. 2009 Feb 1;32(2):159-68
  18. ? Neurobiol Dis. 2011 Mar;41(3):624-9
  19. ? J Ren Care. 2010 Dec;36(4):180-5
  20. ? Ann Neurol. 2011 Jan 19. doi: 10.1002/ana.22229. [Epub ahead of print]
  21. ? J Am Osteopath Assoc. 2010 Oct;110(10):605-7

Cave: Dosierungen von Medikamenten nicht ungeprüft übernehmen!