MALT-Lymphom

Definition

MALT-Lymphom (MALT: “mucosa associated lymphatic tissue”) ist eine bösartige lymphatische Krankheit (extranodales Marginalzonen B-cell Lymphom vom MALT-Typ).


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Lokalisationen

Große Raumforderung unter der Schleimhaut des Magens. Endoskopisches Bild.

Das MALT-Lymphom kommt überwiegend im Magen vor. Das nichtgastrale MALT-Lymphom findet sich im Dünndarm und Kolorektum, aber auch in verschiedenen extraintestinalen Lokalisationen [1], so in der Haut, den Speicheldrüsen, der Orbita, dem lymphatischen Rachenring. In vielen Fällen finden sich dabei Beteiligungen von Lymphknoten oder des Knochenmarks, wodurch sich die Prognose verschlechtert[2].

Im Magen können neben einem makroskopisch erkennbaren Lymphom mikroskopische Foci vorhanden sein, die Ausgangspunkt für Relapse (auch nach Operation) sein können. Eine ähnliche multiple Verteilung mikroskopischer Foci im gesamten Integument wird auch beim MALT-Lymphom der Haut diskutiert [3]

Pathogenese

Ansammlung von lymphatischen Zellen mit Bildung eines Keimzentrums und einer Mantel- und Marginalzone. Im Magen findet sich zu über 90% eine Assoziation mit H. pylori (siehe Magenlymphom), in der Haut wurde eine Assoziation mit einer Borrelieninfektion beschrieben [4]. Das nicht Helicobacter-assoziierte MALT-Lymphom ist relativ häufig assoziiert mit Autoimmunkrankheiten.

Klassifikation

Ann Arbor Klassifikation (Stadien I – IV) je nach Beschränkung auf die Mukosa (einzelne oder mehrere Lokalisationen), oder Beteiligung von Lymphknoten, Knochenmark oder Organen.

 Stadium I: Befall von Mukosa und Submukosa, 
 noch ohne Befall benachbarter Lymphknoten; 
   Stadium I1 nicht über Submukosa hinaus, 
   Stadium I2 über Submukosa hinausreichend.
 Stadium II: Befall von Mukosa und Submukosa 
 mit Befall benachbarter Lymphknoten; 
   Stadium II1, nur benachbarte Lymphknoten, 
   Stadium II2 entfernte Lymphknoten.

Die Stadien III und IV werden zu “widely disseminated disease” zusammengefasst.

Therapie

Es kommen Operation, Chemotherapie und Bestrahlung in Frage; das Vorgehen ist individuell festzulegen. In jedem Fall ist eine engmaschige Nachkontrolle erforderlich, um Relapse frühzeitig erkennen zu können.

Beim gastralen low-grade-MALT-Lymphom führt eine Helicobacter-Eradikation in etwa 80% zu einer kompletten Remission, die zu etwa 80% über 5 Jahre anhält[5][6]. Eine sorgfältige “watch-and-wait”-Strategie wird empfohlen [7].

Bei extragastralem MALT-Lymphom ist eine Helicobacter-Eradikation nicht effektiv [8].

Genaueres siehe unter Magenlymphom.

Verweise

Referenzen

  1. ? Gut. 2002 August; 51(2): 148–149
  2. ? Oncologist. 2006 Mar;11(3):285-91
  3. ? Gut. 2002 August; 51(2): 148–149
  4. ? Hum Pathol 2000;31:263–8
  5. ? Leuk Lymphoma 2006; 47: 2110-2114
  6. ? J Clin Oncol. 2005 Nov 1;23(31):8018-24
  7. ? World J Gastroenterol 2007 July 14;13(26): 3554-3566
  8. ? J Clin Oncol. 2006 Mar 20;24(9):1370-5

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).