Knochenmetastasen

Knochenmetastasen sind Tochtergeschwülste, d.h. Absiedlungen bösartiger Tumore (Metastasen) im Knochen.

Tumore mit häufig auftretenden Knochenmetastasen

Besonders häufig finden sich Knochenmetastasen bei folgenden Tumoren:

Bei vielen anderen Krebsarten kommt es ebenfalls zu Knochenabsiedlungen. Bei Tumoren des Darms und der Bauchspeicheldrüse werden Metastasen primär meist in die Leber abgesiedelt, das gilt auch für viele Magenkarzinome. Treten hier Knochenmetastasen auf, so sind dies meist „Enkelgeschwülste“.

Prognostische Bedeutung

Knochenmetastasen haben eine prognostische Bedeutung. Die Überlebenszeit reduziert sich: ab der Diagnose von Knochenmetastasen beträgt sie bei Prostatakrebs 12-53 Monate, bei Brustkrebs 19-25 Monate, bei Schilddrüsenkrebs 48 Monate, bei Lungenkrebs 6-7 Monate, beim Melanom 6 Monate, beim Blasenkrebs 6-9 Monate und bei Nierenkrebs 12 Monate. 1)Crit Rev Oncol Hematol. 2005 Dec; 56(3):365-78.

Entstehung

Beim fortgeschrittenen Mamma- dem Prostatakarzinomfinden sich in etwa 70% Knochenmetastasen. Warum solche Tumore eine Affinität zum Knochen haben, liegt an speziellen Interaktionen der Tumorzellen in der Mikroumgebung des Knochens. Die Tumorzellen werden in alle Richtungen verteilt, finden jedoch nur oder ganz besonders im Knochen einen Nährboden (’seed and soil‘-Hypothese). 2)Cancer Lett. 2009 Jan 18;273(2):177-93. DOI: 10.1016/j.canlet.2008.05.044. Epub 2008 Jul 15. … Continue reading Die Knochen-Mikroumgebung (Mikroenvironment) besteht aus gefensterten Kapillaren, der Knochenmatrix und der Knochenzellen (Osteoblasten, Osteozyten, Osteoklasten). Tumorzellen beeinflussen die Funktionalität der Knochenzellen so, dass die Osteoklasten (Knochen auflösende Zellen) in ihrer Funktion gestärkt und die Osteoblasten (Knochen bildende Zellen) geschwächt werden. Das Eindringen der Tumorzellen in die Knochenmatrix wird durch die Fenestrierung der kleinsten Blutgefäße erleichtert. Ihre Anheftung an die Knochenzellen und Knochenmatrix wird durch spezielle Faktoren vermittelt (Beispiele Annexin II, E- und N-Cadherin, Integrine). Auch Krebsstammzellen mit geringer Mitoserate können sich im Knochen ansiedeln und „schlafen“, so dass von dort Tumorreaktivierungen ausgehen können. 3)Croat Med J. 2021 Jun 30;62(3):270-282. DOI: 10.3325/cmj.2021.62.270. PMID: 34212564; PMCID: … Continue reading 4)BMC Cancer. 2018 Oct 16;18(1):979. DOI: 10.1186/s12885-018-4905-5. PMID: 30326868; PMCID: … Continue reading


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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

Literatur

Literatur
1 Crit Rev Oncol Hematol. 2005 Dec; 56(3):365-78.
2 Cancer Lett. 2009 Jan 18;273(2):177-93. DOI: 10.1016/j.canlet.2008.05.044. Epub 2008 Jul 15. PMID: 18632203.
3 Croat Med J. 2021 Jun 30;62(3):270-282. DOI: 10.3325/cmj.2021.62.270. PMID: 34212564; PMCID: PMC8275949.
4 BMC Cancer. 2018 Oct 16;18(1):979. DOI: 10.1186/s12885-018-4905-5. PMID: 30326868; PMCID: PMC6192198.