Howell-Jolly-Körperchen

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Howell-Jolly-Körperchen sind kleine basophile Kernreste in Erythrozyten, die nach Splenektomie gehäuft auftreten und als ein Maß für die Milzfunktion gewertet werden [1].

Normalerweise verlieren Erythrozyten während ihrer Reifung im Knochenmark die Kerne. Erythrozyten mit Kernpartikeln (abzugrenzen von Retikulozyten, die bei der Standardfärbung nicht erkennbar sind) werden von der Milz aus dem Blutkreislauf entfernt. Ist diese Funktion gestört (z. B. bei der Sichelzellanämie [2]) oder die Milz entfernt, treten vermehrt solche Kernreste enthaltende Erythrozyten im peripheren Blut auf. Bezüglich ihrer Oberflächenmarker sind sie CD71(+) und CD71(-). Die Erkennung und Quantifizierung der Howell-Jolly-Körper kann automatisiert erfolgen [3]. Dies ist beispielsweise bei der Milzschädigung im Rahmen von Krankheiten (Milzinfarkt, Sichelzellanämie) von Interesse.

Verweise

Literatur

  1. ? Clin Lab Haematol. 1990;12(3):269-75
  2. ? Blood. 2011 Mar 3;117(9):2614-7
  3. ? Exp Hematol. 2007 Feb;35(2):179-83