Glaukom

Das Glaukom (grüner Star) ist eine Erkrankung des Auges, die durch eine Schädigung des Sehnervs (Nervus opticus) gekennzeichnet ist. Sie ist meist, aber nicht immer, mit einem erhöhten Augeninnendruck verbunden. (Der normale Augeninnendruck liegt zwischen 11 und 21 mmHg.) Über eine Opticusatrophie kommt es zu eine muldenförmigen Exkavation der Papille, dem Eintrittsort des Sehnerven ins Auge, und zu Geschichtsfelddefekten mit Visusverschlechterung. Größere Defekte können grob durch eine Fingerperimetrie, kleinere durch genaue ophthalmologische Untersuchung entdeckt werden.

Es werden Engwinkel- und Offenwinkelglaukome unterschieden.


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Engwinkelglaukom

Akute Engwinkelglaukome (Glaukom durch Winkelblockade) zeichnen sich durch eine „Verstopfung“ des Trabekelwerks des Kammerwinkels aus (in der Augenvorderkammer zwischen Iris und Hornhaut), so dass das Kammerwasser nicht abfließen kann und sich im Auge staut. Es kommt oft innerhalb von Stunden zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks (> 21 mmHg; 2.8 kPa) und Verschwommensehen. Es kann zu Gesichtsfeldausfällen kommen.

Akuter Glaukomanfall: Ein akuter Glaukomanfall geht mit akuten Augenschmerzen, akuter Sehverschlechterung, Augerötung, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einher. Der Augeninnendruck übersteigt 30 mmHg; die Pupille ist meist mittelweit und starr. Er ist ein ophthalmologischer Notfall. Die Behandlung stützt sich initial auf eine intensive Medikamenapplikation mit verschiedenen Wirkstoffen (wie Timolol, Pilocarpin und Acetacolamid). In der Folgephase kann meist eine Laseriridotomie (Herstellung einer verbesserten Passage des Kammerwassers von der Hinterkammer in die Vorderkammer durch Laseranwendung) zur Verbesserung der Kammerwasserdrainage durchgeführt werden. Die Behandlung muss rasch einsetzen, da eine Visusverschlechterung nicht reversibel ist.

Chronische Engwinkelglaukome: Sie sind ähnlich dem Offenwinkelglaukom lange Zeit symptomlos oder symptomarm. Verschwommensehen und Kopfschmerzen führen zur Diagnostik. Die “Gonioskopie” lässt den engen Kammerwinkel und Synechien erkennen. Meist wird eine Laseriridotomie als Therapie empfohlen.

Offenwinkelglaukom

Offenwinkelglaukome machen etwa 90% aller Glaukome aus. In seltenen Fällen lässt sich eine genetische Prädisposition (Mutationen in einer Vielzahl von Genen bekannt) nachweisen; die Vererbung ist autosomal-rezessiv. 1) 2015;2015:321291. doi: 10.1155/2015/321291. Sie sind lange Zeit symptomlos und manifestieren sich erst relativ spät durch Gesichtsfeldeinbuße. Akute Verschlechterungen (Glaukomanfälle) kommen nicht vor. Bezeichnend ist der offene Kammerwinkel. Bei etwa 2/3 ist der Augeninnendruck erhöht (> 21 mmHg), bei 1/3 normal. Die Produktion des Kammerwassers durch den Ziliarkörper ist normal; der Kammerwasserabfluss kann verringert sein. Vasospastische Krankheiten kommen gehäuft vor. Der Sehnerv wird wahrscheinlich durch eine verminderte Durchblutung geschädigt. Die Papille weist eine zentrale Einsenkung auf. Die Therapie erfolgt meist mit Betablockern (z. B. Timolol-Augentropfen).

Therapie

Bei einem Augeninnendruck von >30 mmHg wird auch ohne Symptomatik eine Drucksenkung empfohlen. Tritt jedoch ohne oder ohne wesentliche Erhöhung des Kammerdrucks bereits eine Visuseinschränkung auf, so ist auch schon dann eine Senkung des Kammerdrucks zu erwägen.

Verweise


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Literatur   [ + ]

1. 2015;2015:321291. doi: 10.1155/2015/321291.