Folsäure

Folsäure ist eine lebenswichtige Substanz, die mit der Nahrung dem Körper zugeführt werden muss. Es liegt überwiegend als Folat, dem Salz der Folsäure, vor und ist die inaktive Vorstufe des Coenzyms Tetrahydrofolat (THF). Weil der Körper THF nicht selbst vollständig synthetisieren kann, ist Folsäure ein Vitamin; es wird als Vitamin B9 bezeichnet. Es ist licht- und hitzeinstabil. Seine Konzentration im Blut liegt bei 5–20 ?g/l.

Folsäuremangel führt zu vielfältigen Symptomen wie Blutarmut (Anämie) und Durchfällen, und er erhöht das Risiko einer Demenz im Alter. Folsäuremangel in der Schwangerschaft bedeutet ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Fehlbildungen des Neuralrohrs (Spina bifida) und eines Autismus beim Kind.

Zu Folsäuremangel siehe hier.


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Funktion

THF spielt eine Rolle im Stoffwechsel der C1-Körper; es liefert Methylgruppen. Auf diese Weise ist es bei der Synthese der DNA (z. B. bei Zellteilungen, Wachstum, u.a. besonders des Foeten in der Schwangerschaft) und bei der Methylierung von Homocystein zu Methionin involviert. Die Methylgruppen der THF stammen aus dem Stoffwechsel spezieller Aminosäuren, wie dem Histidin.

Vorkommen

Folsäure ist enthalten

  • in vielen Nahrungsmitteln pflanzlicher Herkunft (in Spinat wurde es entdeckt), besonders in Weizenkleie und Weizenkeimen, Broccoli (etwa 100 µg / 100 g), grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen,
  • in tierischen Nahrungsmittelprodukten, besonders in Leber, aber auch in Milch und Milchprodukten und Eiern.

Aufnahme in den Körper

Folat wird im Dünndarm über einen Transporter aufgenommen. In den Zellen wird es in eine besondere Speicherform (Folylpolyglutamat) überführt und für Stoffwechselprozesse bereitgehalten.

Folsäureüberdosierung

Die Transporter für Folsäure werden bei einem Überangebot herunter reguliert. Eine Überdosierung ist daher untoxisch.

Folsäure und Krebsrisiko

Eine Folatsupplementierung ist mit einer erhöhten Inzidenz gelappter Polypen im Dickdarm verbunden [1]. Im Tierversuch beschleunigt sie die Progression aberranter Kryptenherde zu einem Kolonkarzinom [2]

Auf der anderen Seite wurde gefunden, dass eine Folat-Aufnahme das Risiko für verschiedene Krebsarten senkt. Dies wurde beispielsweise nachgewiesen für Darmkrebs und Enddarmkrebs bei koreanischen Frauen [3], oropharyngealen Krebs [4], Brustkrebs [5], Blasenkrebs [6] und Prostatakrebs [7].

Folsäuremangel

Durch gesunde Ernährung mit Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Milchprodukten nimmt der Körper ohne Supplementierung genügend Folsäure auf. Die empfohlene Tagesdosis beträgt etwa 300 bis 400 µg pro Tag. In der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Folsäurebedarf, so dass Folsäure in der Nahrung ergänzt werden sollte; empfohlen werden 800 µg pro Tag.

Folsäuremangel ist mit einer Reihe klinischer Zeichen, wie Blutarmut (Anämie) und Durchfällen, assoziiert. Bei Folsäuremangel in der Schwangerschaft können kindliche Fehlbildungen, wie mangelnder Neuralrohrschluss (Spina bifida), entstehen und das Risiko eines Autismus erhöht sein.

Die kognitive Funktionsfähigkeit sonst gesunder älterer Menschen wird durch Folsäuresupplementierung nicht gesteigert. Ältere Menschen, die jedoch einen zu hohen Homocysteinwert aufweisen, profitieren von einer Folsäure-Supplementierung bezüglich ihrer Hirnfunktion.

Mehr dazu siehe unter Folsäuremangel.

Verweise

Literatur

  1. ? Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2009 Aug;18(8):2310-7
  2. ? Carcinogenesis. 2009 Jun 18. [Epub ahead of print]
  3. ? Eur J Clin Nutr. 2009 Jun 24
  4. ? Ann Oncol. 2003 Nov;14(11):1677-81
  5. ? Cancer Res. 2001 Oct 1;61(19):7136-41
  6. ? Nutr Cancer. 2005;53(2):144-51
  7. ? Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2005 Apr;14(4):944-8