Creatinkinase – CK

Die Creatinkinase (CK oder CPK) ist ein Muskelenzym, das zur Diagnostik von Muskelerkrankungen verwendet wird. Beim Untergang von Muskelzellen im Rahmen eines Herzinfarkts steigt es zusammen mit plötzlichen Herzschmerzen im Blut an und kann so zum Infarktnachweis dienen. Die CK des Herzens ist ein spezielles Isoenzym, die CK-MB, das hoch spezifisch und daher diagnostisch besonders bedeutsam ist.


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Physiologische Bedeutung

Das Enzym Creatinkinase (CK) existiert sowohl im Cytosol als auch in den Mitochondrien der Muskelzellen. In den Mitochondrien bildet es aus
Creatin und ATP  →  Creatinphosphat und ADP .
Creatinphosphat kann im Gegensatz zum ATP die Mitochondrienmembran passieren und ins Cytosol gelagen. Dort wird es durch die dortige Creatinkinase wieder in Creatin und ATP (durch Übertragung seines Phosphats auf ADP) zurückverwandelt.
Creatinphosphat und ADP  →  Creatin und ATP .
Das ATP des Cytosols dient der Muskulatur als Energie. Creatinphosphat macht die in den Mitochondrien gewonnene Energie im Cytosol nutzbar.

Isoformen

Die Creatinkinase besteht aus 2 Untereinheiten, von denen CK-M, CK-B und CK-Mi im Körper vorkommen. Die CK-MB ist eine Assoziation von CK-M mit CK-B und stammt vor allem aus der Herzmuskulatur.

Indikation

Die Creatinkinase wird bestimmt vor allem bei Verdacht und zur Verlaufskontrolle von Erkrankungen des Herzmuskels und der Körpermuskulatur. Bei Verdacht auf eine Herzerkrankung ist die Bestimmung der CK-MB indiziert.

Die Bestimmung der CK-MB wird oft erst durchgeführt, wenn die CK über 100 U/L liegt.

Referenzwerte

Der obere Grenzwert der CK ist alters- und geschlechtsabhängig. Er ist bei Neugeborenen mit etwa 650 U/L am höchsten, sinkt während der Entwicklung und ist bei 6-12-jährigen Mädchen etwa bei 150 U/L, bei 6-12-jährigen Jungen etwa bei 250 U/L und bei Erwachsenen um 170 U/L (bitte Einheiten und Normgrenze der Laborinstitute beachten!).

Erhöhte Werte

Erhöhte Werte für die Creatinkinase finden sich vor allem bei:

  • Herzinfarkt (spezifisch ist die CK-MB),
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis),
  • Muskelentzündung (Myositis, Dermatomyositis)
  • Muskelkrämpfe (auch epileptische Krämpfe),
  • Muskelquetschungen oder -verletzungen,
  • Sepsis mit septischen Herden in der Muskulatur,
  • operative Eingriffe,
  • intramuskuläre Injektion,
  • starke Beanspruchung der Muskulatur (z. B. durch Sport, Bodybuilding),
  • Makro-CK (falsch zu hohe Werte, keine muskuläre Erkrankung).

Die CK-MB ist herzspezifisch und nur bei Beteiligung der Herzmuskulatur erhöht, nicht dagegen wenn hauptsächlich die Skelettmuskulatur betroffen ist. Geringe Erhöhungen der CK finden sich gelegentlich bei der Alkoholmyopathie, der Hypothyreose und als Nebenwirkung von Medikamenten (wie z. B. bei einigen Cholesterinsenkern).

Erniedrigte Werte

Erniedrigte CK-Werte haben keine diagnostische Bedeutung.

Verweise