Arteriitis temporalis Horton

Die Arteriitis temporalis Horton (Riesenzellarteriitis; engl.: giant cell arteritis, GCA) ist eine autoimmune Entzündung der Schläfenarterie. Sie wird schmerzhaft und ist verdickt tastbar. Meist kommt sie im Zusammenhang mit einer Polymyalgia rheumatica vor.

Die Arteriitis ist eine Vaskulitis der größeren und mittelgroßen arteriellen Blutgefäße, die durch Lumeneinengung zu einer Durchblutungsstörung des abhängigen Partien, so auch der Netzhaut des Auges führen kann. Es ist außerordentlich wichtig, sie frühzeitig zu erkennen, um eine drohende Erblindung verhindern zu können. 1) 2010 Nov;6(6):913-28. doi: 10.1586/eci.10.59.


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Symptomatik

Im Vordergrund stehen Kopfschmerzen; begleitend finden sich häufig schmerzhafte Bewegungseinschränkungen besonders im Bereich von Schultergürtel und Nacken. In späteren Stadien kann es zu raschem Visusverlust kommen.

Diagnostik

Bei Kopfschmerzen ungeklärter Genese werden die Schläfenarterien palpiert; sie sind typischerweise schmerzhaft verdickt. Unter den Laborwerten fällt eine extrem hohe Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) auf.

Heute lässt sich die Arteriitis temporalis durch eine sonographische Untersuchung mit einem hochfrequenten Schallkopf bereits im Frühstadium nachweisen. 2) 2018 Feb 1;57(2):227-235. doi: 10.1093/rheumatology/kex173.

Wird der Verdacht auf eine Hortonsche Arteriitis geäußert, so kann die Diagnose durch eine Biopsie des hinteren Astes der Temporalarterie und histologische Untersuchung des Präparats gesichert werden.

Die Umgebungsuntersuchung geht in erster Linie der Frage nach, ob gleichzeitig eine Polymyalgia rheumatica und ein Aortenaneurysma vorliegen.

Therapie

Die Therapie besteht in einer unverzüglichen Behandlung mit Kortikosteroiden. Ziel dabei ist es, eine Erblindung zu verhindern. Gleichzeitig sollte als Ausgangsbefund der Augenhintergrund gespiegelt und der Visus festgestellt werden. Die Therapie mit Glukokortikoiden führt in etwa 80% der Behandlungsfälle zu Nebenwirkungen. Steroid-sparende Medikamente sind daher erwünscht. Tocilizumab, ein monoklonaler IL-6-Rezeptorblocker ergab günstige Resultate, ist aber teuer. Daher ist die optimale Therapie noch offen. Notwendig ist zudem eine Therapiekontrolle. Die Entzündungsmarker (wie BSG und CRP) sind unspezifisch. Bildgebende Verfahren (wie die Sonographie des befallenen Gefäßes) müssen ergänzen. 3) 2015 Jun 16;3(6):484-94. doi: 10.12998/wjcc.v3.i6.484. 4) 2018 Feb 1;57(2):227-235. doi: 10.1093/rheumatology/kex173.

Verweise

 


Literatur   [ + ]

1. 2010 Nov;6(6):913-28. doi: 10.1586/eci.10.59.
2, 4. 2018 Feb 1;57(2):227-235. doi: 10.1093/rheumatology/kex173.
3. 2015 Jun 16;3(6):484-94. doi: 10.12998/wjcc.v3.i6.484.