Aortenstenose

Aortenstenose bedeutet Verengung der Aortenklappe mit Behinderung des systolischen Blutauswurfs aus dem linken Ventrikel. Sie führt zu einer Überanstrengung der linken Herzkammer, um einen notwendigen Blutdruck aufrecht erhalten zu können.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Ätiopathogenese

Die Klappenöffnungsfläche ist normal 3 qcm. Funktionell wirksam wird eine Aortenklappenstenose bei Werten unter 1 qcm.

Häufigste Ursachen :

  • degenerative Klappenveränderungen mit
  • Kalkeinlagerungen,
  • rheumatisches Fieber,
  • bakterielle Klappenendokarditis.

Folgen: konzentrische Hypertrophie des Myokards, verminderte Dehnbarkeit der Muskelmasse in der Diastole, Steigerung des linksventrikulären enddiastolischen Drucks (LVEDP), wogegen der linke Vorhof anarbeiten muss, der daher dilatiert. Verlängerte Austreibung, kurze Füllungsphase.

Kompensation durch gesteigerte Herzfrequenz. Bei beginnender Dekompensation Abfall des Blutdrucks, dadurch Gefahr einer funktioneller koronaren Minderduchblutung mit Angina pectoris und hypotone Synkopen.

Klinik

Bei einer leichten Aortenstenose kann eine Symptomatik fehlen. Bei zunehmender Stenosierung finden sich eine leichte Ermüdbarkeit und Belastungsdyspnoe und schließlich Zeichen der Linksherzinsuffizienz mit Ruhedyspnoe und Synkopen.

Die Synkopen kommen durch einen zu niedrigen systolischen Auswurf zustande.

Bei zusätzlich vorhandener KHK kommen gehäuft pektanginöse Beschwerden zustande, da die Herzleistung zur Aufrechterhaltung eines nur soeben ausreichenden Blutdrucks wegen des Widerstands an der Aortenklappe überproportional hoch ist und einer hohen koronaren Durchblutung bedarf.

Diagnostik

Auskultation: Typisch ist ein raues spindelförmiges systolisches Geräusch über der Aortenklappe (2. ICR rechts) mit Ausstrahlung in die Karotiden. Je länger die Austreibungsphase dauert desto später schließt die Aortenklappe, so dass die Pulmonalklappe vor der Aortenklappe zu schließen beginnt (paradoxe Spaltung des 2. Herztons).

Herzecho: Die Echokardiographie ist beweisend und grenzt die Aortensklerose ab, die auskultatorisch manchmal nicht gut differenzierbar ist. Das Herzecho wird zur Abschätzung der Klappenöffnungsfläche herangezogen.

Herzkatheter: Die Herzkatheteruntersuchung mit Ventrikulographie gibt ebenfalls eindeutige Befunde und ist zur präoperativen Diagnostik erforderlich (u. a. Nachweis oder Ausschluss einer koronaren Herzkrankheit).

Therapie

Blutdruck unter Berücksichtigung des Blutdruckgradienten an der Aortenklappe einstellen (wenn zu niedrig: Gefahr von hypotonen Synkopen, wenn zu hoch: Gefahr der kardialen Insuffizienz). Keine ACE-Hemmer (Gefahr von Synkopen).

Bei hochgradiger Stenose (je nach Symptomatik und Klappenöffnungsfläche <0,8 qcm) Indikation zum Klappenersatz diskutieren.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).