Endosonographie

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Die Endosonographie ist eine innere Ultraschalluntersuchung, die von einem Organlumen oder Hohlraum des Körpers aus durchgeführt wird. Verwendet wird sie im Bereich

  • des Magendarmkanals vom Ösophagus, dem Magen oder Zwölffingerdarm aus oder peranal,
  • der oberen Atemwege (von der Trachea aus),
  • der gynäkologischen Organe (von der Vagina aus),
  • anderer Hohlorgane (Gallenwege, Harnblase etc.)

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Gastroenterologische Endosonographie der Oberbauchorgane

Zur Untersuchung des oberen Gastrointestinaltrakts (Ösophagus, Magen, Duodenum) und der angrenzenden Organe und Gewebsstrukturen wird ein Endoskop verwendet, welches einen Ultraschallapplikator an seinem vorderen Ende enthält, der unter Sicht zur gewünschten Region unter Sicht vorgeschoben wird. Je nach Gerätetyp erscheint ein sektorförmiges Bild oder eine Rundumsicht. Kontrastmittel und eine Farbdopplerunterlegung sowie die Methode des „tissue harmonic imaging“ (THI) erhöhen die Aussagekraft bezüglich der Charakterisierung und Durchblutung von Strukturen und Organen. Die Untersuchung ermöglicht gezielte Entnahmen von Gewebeproben. (1)Korean J Intern Med. 2018 Jan;33(1):36-63. DOI: 10.3904/kjim.2017.212. (2)Endosc Ultrasound. 2021 May-Jun;10(3):168-184. DOI: 10.4103/eus.eus_80_20

Aussagekraft

Endosonographie im Magen: Darstellung eines gut abgrenzbaren, nicht infiltrierend wachsenden Tumors der Magenwand. Histologie: GIST.

Beurteilung der Wandungen (Ösophagus, Magen, Duodenum) zur Abklärung lokaler oder diffuser Raumforderungen: z. B. Ösophaguskarzinom, Tumor bzw. tumorverdächtiges Ulkus, submuköse Raumforderung (z. B. GIST, Lymphom, Neurinom, Impression von außen), Linitis plastica.

Beurteilung benachbarter Lymphknoten (u.a. im Zusammenhang mit einer Wandinfiltration des Ösophagus oder Magens: mögliches Malignitätskriterium)

Beurteilung benachbarter Organe und Strukturen:

 

Tumordiagnostik: In Kenntnis zusätzlicher Untersuchungsbefunde können in der Tumordiagnostik recht genaue Diagnosen bzw. Zuordnungen getroffen werden. In Unkenntnis solcher Informationen ist die diagnostische Genauigkeit ist in vielen Fällen jedoch auf ca. 50% eingeschränkt. (3)Gut 2002; 50: 599-605

Diagnostik einer akuten idiopathischen Pankreatitis: Die akute Pankreatitis wird zu einem großen Prozentsatz durch Gallensteine ausgelöst. Aber auch in den Fällen, in denen Gallensteine nicht nachweisbar sind, die dann zunächst als idiopathisch angesehen werden, lassen sich durch Endosonographie in 70-80% Mikrolithen nachweisen. Damit liegt der idiopathischen Pankreatitis vielfach eine biliäre Ursache zugrunde. (4)J Gastroenterol Hepatol 2004; 19: 1206-12011  (5)World J Gastroenterol. 2008 Feb 21;14(7):1016-22

Indikationen

Im oberen Magendarmtrakt wird die Endosonographie als indiziert angesehen im Rahmen der Abklärung

  • einer obstruktiven Cholestase,
  • einer sonst nicht zu klärendem Cholelithiasis oder Mikrolithiasis,
  • eines Tumors in der Wand des Ösophagus, des Magens oder einer in der Nähe des Ösophagus, Magens oder Zwölffingerdarms liegenden Raumforderung (so z. B. einer Raumforderung im Pankreas),
Präanaler Rektumabszess (Endosonographie)
Präanaler Rektumabszess

Im Bereich des Darmausgangs wird die Endosonographie als indiziert angesehen im Rahmen der Abklärung

  • einer Raumforderung im Bereich des Darmausgangs oder Enddarms,
  • einer Schmerzhaftigkeit am Darmausgang (Fistel? Abszess?),
  • einer Inkontinenz des Darmausgangs (Sphinkterdefekt?),

Ergänzende endoskopische Untersuchungsverfahren

Verweise

Literatur

Literatur
1 Korean J Intern Med. 2018 Jan;33(1):36-63. DOI: 10.3904/kjim.2017.212.
2 Endosc Ultrasound. 2021 May-Jun;10(3):168-184. DOI: 10.4103/eus.eus_80_20
3 Gut 2002; 50: 599-605
4 J Gastroenterol Hepatol 2004; 19: 1206-12011
5 World J Gastroenterol. 2008 Feb 21;14(7):1016-22