Papillenkarzinom

Definition

Karzinom der Papilla Vateri

Klinische Bedeutung

Ursache einer obstruktiven Cholestase

Diagnostik, diagnostischer Algorithmus

Das Papillenkarzinom wird in der Regel durch einen Ikterus, der durch eine obstruktive Cholestase bedingt ist, auffällig. Die Sonographie zeigt einen erweiterten (gestauten) Gallengang, der bis zum Pankreaskopf verfolgbar ist, ohne dass ein Pankreastumor erkennbar wäre. Der Papillenprozess ist selbst nicht durch die Abdomensonographie erkennbar. Auch zeigt eine MRCP lediglich die bis in Duodenalnähe hin erweiterten Gallenwege. Die Diagnose wird dann in der Regel endoskopisch bei einer ERCP gestellt. Man erkennt manchmal einen zum Duodenum hin vorragenden Tumor, nachmal jedoch keine besonderen Auffälligkeiten. Im ersten Fall führt eine Biopsie zur Diagnose, im zweiten erst nach Papillotomie und Biopsie aus dem inneren Teil der Papille bzw. der präpapillären Ampulle (“Ampullenkarzinom”).

Therapie

  • Im Vordergrund steht die operative Therapie (die partielle Duodenopankreatektomie und die pyloruserhaltende partielle Duodenopankreatektomie)
  • Palliativ kommt eine Papillotomie mit Stenteinlage oder, wenn nicht möglich, eine operative Choledochojejunostomie unter Belassung des Tumors in Betracht. Wenn auch diese Möglichkeit nicht gegeben ist, kann die Galle durch eine PTD (perkutane transhepatische Drainage) dauerhaft abgeleitet werden (mit ständigem Beutelwechsel).

Verweise