Chikungunya-Fieber

Das Chikungunya-Fieber ist eine sich sporadisch ausbreitende, meist selbst-limitierende Tropenkrankheit viraler Genese mit Fieber und heftigen Gelenkschmerzen. Mit ihm muss im Rahmen der Klimaerwärmung auch in Mittelmeerländern Europas gerechnet werden.


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Erreger

Erreger des Chikungunya-Fiebers ist ein RNA-Virus (CHIKV) des Genus Alphavirus aus der Familie der Togaviridae. Übertragen wird das Virus durch Aedes-Mücken (Tigermücken).

Epidemiologie

Anlässlich eines epidemischen Dengue-ähnlichen Fiebers an der Grenze zwischen Tansania und Mozambique wurde das Virus 1953 erstmals isoliert [1]. „Chikungunya“ bedeutet in der dort gesprochenen Stammessprache „das, was sich verbiegt“, was auf die gebeugte Haltung durch die arthritischen Beschwerden hinweist.

Seither gab es verschiedene Ausbrüche des Chikungunya-Fiebers mit epidemischer Ausbreitung in allen tropischen Gebieten der Welt, vor allem in Afrika, dem indischen Subkontinent inklusive der Inselgruppen der Philippinen, Malaysias und Indonesiens [2] [3]. Auch in Italien wurde 2007 wurde eine lokale Infektionswelle – wahrscheinlich ausgehend von einem infizierten Reisenden aus Indien – ausgelöst, befördert durch eine hohe Dichte an asiatischen Tigermücken (Aedes albopictus). Im Ort seiner Verwandten, die er besuchte, kam es zu einem Ausbruch bei 205 Personen [4] [5]. Während eines Ausbruchs auf La Reunion im Indischen Ozean mit mehr als 244000 Infizierten kam es zu 123 schweren Verläufen. Auf 203 Todesscheinen wurde Chikungunya-Fieber mit vermerkt [6].

Typisch für das Chikungunya-Fieber waren bisher einzelne Ausbrüche, die durch längere Ruhephasen unterbrochen waren.

Symptomatik und Verlauf

Das Chikungunya-Fieber beginnt plötzlich mit akutem Krankheitsgefühl, hohem Fieber und praktisch immer heftigen Gelenkschmerzen (Arthralgien). Eine makulopapulöse Hautrötung erscheint etwa 3 Tage nach Krankheitsbeginn. Die meisten Infektionen heilen innerhalb einer Woche von selbst; die Arthralgien verschwinden nach im Mittel 6 Tagen [7]. In einigen Fällen kommt es zu einem deutlich verlängerten Verlauf mit anhaltenden Arthralgien.

Eine hohe Virämie sowie das frühe Erscheinen neutralisierender IgG3-Antikörper deuten auf eine hohe Chance einer Selbstlimitierung, eine geringe Virämie sowie eine verzögerte und geringere Antikörperbildung dagegen auf einen prolongierten Verlauf [8].

Differenzialdiagnosen

Das klinische Bild ähnelt dem verschiedener Falvivirus-Infektionen und anderer viraler Tropenkrankheiten, wie dem Dengue-Fieber. Auch Malaria, Leptospritose und Röteln können differenzialdiagnostisch in Frage kommen.

Diagnostik

Die als Reaktion auf eine CHIKV-Infektion gebildeten IgM- und IgG-Antikörper sind ein guter Hinweis auf das Chikungunya-Fieber, wenngleich sie nicht sehr spezifisch sind. Am empfindlichsten und spezifischsten ist der Nachweis der Virus-RNA durch RT-PCR [9].

Therapie

Eine ursächliche Behandlung wie auch eine vorbeugende Impfung stehen nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch mit Analgetika, Antipyretika und NSAR. Bei schlechtem Ansprechen kann Chloroquin eine Therapieoption darstellen [10].

Prognose

Verweise

Literatur

  1. ? J Hyg (Lond). 1956 Jun;54(2):177-91
  2. ? J Infect Dev Ctries. 2009 Dec 15;3(10):744-52
  3. ? Curr Opin Infect Dis. 2010 Oct;23(5):438-44
  4. ? Lancet. 2007 Dec 1;370(9602):1840-6
  5. ? J Infect Dev Ctries. 2009 Dec 15;3(10):744-52
  6. ? Am J Trop Med Hyg. 2007 Oct;77(4):727-31
  7. ? Am J Trop Med Hyg. 2014 Mar;90(3):410-7
  8. ? J Infect Dis. 2012 Apr 1;205(7):1147-54
  9. ? Clin Vaccine Immunol. 2015 Mar;22(3):291-7
  10. ? S Afr Med J. 1984 Aug 11;66(6):217-8