Spontan bakterielle Peritonitis

Die spontan bakterielle Peritonitis (SBP) ist eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites) mit einer bakteriellen Infektion, deren Ursache unklar ist.

Pathogenese

Als Hypothese der spontan bakteriellen Peritonitis wird favorisiert, dass Bakterien die Darmwand durchwandern und entweder direkt in den Aszites gelangen oder indirekt über die Lymphwege und die Blutbahn den Aszites infizieren. Bakterien lassen sich nur selten nachweisen (bis etwa 10%). Darunter sind am häufigsten E. coli und gram-positive Kokken, seltener Klebsiellen und andere Bakterien.

Klinik

Aszites ist bei der spontan bekteriellen Peritonitis in der Regel bereits klinisch, jedoch fast immer sonographisch nachweisbar. Er ist therapeutisch schlecht oder nicht effektiv ausschwemmbar, da die Entzündung zu ständig neuer Aszitesproduktion veranlasst. Oft kommt es unter der dadurch forcierten Bemühung einer medikamentösen Diurese zu einem Kreatininanstieg. Bauchschmerzen und Fieber sind eher selten. Der durch Punktion gewonnene Aszites wird diagnostisch untersucht (s.u.) und erlaubt die Diagnosestellung.

Diagnostik

Aszitesnachweis.

Punktion: Nachweis von > 250 Neutrophilen pro µl. Eine Probe wird zur bakteriologischen Untersuchung verwendet.

-> Weiteres siehe unter Asizites Diagnostik.

Komplikationen

  • Niereninsuffizienz: für sie gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten; zu beachten sind beispielsweise eine Nephritis (z.B. IgA-Nephritis) oder eine Verminderung des zentral wirksamen Kreislaufvolumens (z.B. bei zu starker diuretischer Therapie).
  • Hepatorenales Syndrom: es kommt durch einen starken Gefäßspasmus der Nierenarterien zustande, der sich medikamentös nicht gut behandeln lässt; daher ist eine Vorbeugung (z.B. durch Vorbeugung einer zu starken Ausschwemmung und einer Hypotonie) besonders wichtig

Therapie

  • Paracentese: Bei massivem Aszites muss eine Paracentese in Betracht gezogen werden,, d.h. eine Aszitespunktion mit Ablassen von großen Flüssigkeitsmengen (z. B. 3-5 Liter, ggf. mit Albuminersatz intravenös).
  • Antibiotika: z.B. Cefotaxim 2-3 x 2g/Tag, bei rezidivierenden spontan bakteriellen Peritonitis ggf. Rezidivprophylaxe mit z.B. 400 mg / Tag Norfloxacin.

Prognose

Aszites bei Leberzirrhose ist prognostisch per se ungünstig. Die Letalität ist dann besonders hoch, wenn eine spontan bakterielle Peritonitis oder Diuretikaresistenz eintritt und sich ein hepatorenales Syndrom entwickelt.

Verweise