Positronen-Emissions-Tomographie – PET

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Diagnostik von Tumoren. Als Marker wird der Positronenstrahler Fluor-18 verwendet. Fluor-18-Desoxyglukose (F18-FDG) ist in einem Molekül, das sich in Krebszellen anhäuft und so zu deren Erkennung dienen kann. Beispiele sind Darmkrebs und Schilddrüsenkarzinom.


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Grundlagen und Durchführung

Grundlagen

Positronen führen bei Vereinigung mit Elektronen zur Aussendung von Energiequanten, die im Winkel von 180 Grad auseinander fliegen. Der zeitgleiche Nachweis solcher Quanten in direkt gegenüber liegenden Detektoren (Koinzidenz) lässt auf eine Positronenemission schließen und diese lokalisieren (Tomographie). Auflösung 4-6 mm.

Positronenstrahler sind C11, O15, F18, die alle zur Markierung von Biomolekülen herangezogen werden können. Gebräuchlich ist z.B. Fluor-18-Desoxyglukose (F18-FDG).

PET mit F18-FDG: F18-FDG wird wie Glukose in Körperzellen aufgenommen (insulinabhängig in Herzmuskel-, Skelettmuskel- und Fettzellen, insulinunabhängig in Gehirnzellen) und intrazellulär phosphoryliert. Der Zucker kann jedoch nicht weiter abgebaut werden und kumuliert. Krebszellen akkumulieren deutlich mehr als normale Körperzellen, so daß Tumoren erkannt werden können. Beste Darstellung nach 12-stündiger Nüchternheit, um eine insulinabhängige Aufnahme möglichst gering zu halten.

Durchführung einer Positronen-Emissions-Tomographie

Bei Nüchternheit Injektion von F18-FDG; Messung nach 60-120 Minuten. Untersuchungsdauer ca. 1 Stunde. Die Auswertung kann das PET-Bild mit einer 3-dimensionalen Rekonstruktion einer CT-Untersuchung kombiniert werden, so daß eine gute Organzuordnung möglich ist. Die neueste PET-Generation ist bereits mit einem CT-Gerät vereinigt.

Indikationen

Einteilung der Aussagekraft einer Positronen-Emissions-Tomographie

  • Klasse Ia angemessen (Gliom, kolorektales Karzinom – Restaging, Melanom-Stadien II und III: Lymphknotenbefall und Fernmetastasen, Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom: Metastasen und Lokalrezidiv, Pankreaskarzinom-Primärdiagnostik)
  • Klasse Ib akzeptabel (Differenziertes Schilddrüsenkarzinom: Fernmetastasen, Kolorektales Karzinom: Therapiekontrolle, Maligne Lymphome: Primärstaging und Therapiekontrolle, Pankreaskarzinom: Therapiekontrolle)
  • Klasse IIa hilfreich (Blasenkarzinom: Lymphknotenstaging, Kolorektales Karzinom: Kontrolle nach Strahlentherapie, Maligne Lymphome: Restaging, Mammakarzinom: Primärtumorsuche und Staging sowie Therapiekontrolle, Ovarialkarzinom: Restaging)
  • Klasse IIb noch keine Bewertung möglich (z.B. Pankreaskarzinom: Lymphknotenstaging und Fernmetastasen, Melanom: Therapiekontrolle, Kolorektales Karzinom: Primärstaging vor Operation)
  • Klasse III ohne Nutzen

Literatur

  • N. Czech et al. Dtsch Med Wschr 2000; 125: 565-567