Pestizide beeinflussen das Gehirn

Pestizide insbesondere der neuen Gruppe der Neonikotinoide bewirken nicht nur eine Reduktion schädlicher Insekten sondern auch von nützlichen Bienenkolonien [1]. Gelangen sie in neugeborene Ratten, so führen sie zu einer verzögerten Gehirnentwicklung. Es wird zunehmend befürchtet, dass die weltweite und unkontrollierte Verwendung dieser neuen Pestizide eine negative Auswirkung auch auf andere Säugetiere und damit auch auf die menschliche Gehirnentwicklung hat [2].

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Die Neonikotinoide Thiamethoxam und Clothianidin binden selektiv an nicotinerge Acetylcholinreceptoren (nAChRs). Sie induzieren eine Dopaminfreisetzung in bestimmten Gehirnregionen wie dem Striatum [3] und verursachen eine Veränderung des Verhaltens bei Ratten [4].

Die Ergebnisse an Kulturen von Gehirnzellen aus dem Cerebellum von neonatalen Ratten lassen einen exzitatorischen Effekt der Neonikotinoide Acetamiprid und Imidacloprid erkennen. Unter dem Blickwinkel, dass die nAChRs für die gesunde Entwicklung des Gehirns wesentlich sind [5], schließen die Autoren: “Therefore, the neonicotinoids may adversely affect human health, especially the developing brain.” [6].

Chlorpyrifos ist ein Acetylcholinesteraseinhibitor, der in bereits geringen Dosen die Entwicklung des kindlichen Gehirns im Mutterleib nachteilig beeinflusst. In einer Untersuchung wurde festgestellt, dass Kinder, deren Nabelschnurblut das Insektizid enthielt, im Altern von 7 Jahren einen Intelligenzmangel aufwiesen, der um so größer ausfiel, je höher die Konzentration im Nabelschnurblut gewesen war. 1)Environ Health Perspect. 2011 Aug;119(8):1196-201. doi: 10.1289/ehp.1003160.

Verweise

Literatur

  1. ? Science. 2012 Apr 20;336(6079):351-2
  2. ? Kimura-Kuroda J et al. PLoS One. 2012;7(2):e32432. Epub 2012 Feb 29
  3. ? Toxicol Lett 2012;192: 294–297
  4. ? Ecotoxicol Environ Saf 2010;73: 101–107
  5. ? Neuron 1996;16: 1077–1085
  6. ? PLoS One. 2012;7(2):e32432. Epub 2012 Feb 29


Literatur   [ + ]

1. Environ Health Perspect. 2011 Aug;119(8):1196-201. doi: 10.1289/ehp.1003160.