Mydriasis

Mydriasis bedeutet Weitstellung der Pupille. Dies erfolgt durch Kontraktion des Musculus dilatator pupillae oder durch Lähmung des Musculus sphincter pupillae.

Ursachen

Eine physiologische Pupillenerweiterung kommt bei schwacher Lichteinwirkung und bei Erregung des Sympathicus (z. B. bei Aufregung) zustande.

Eine beidseitige Mydrasis findet man unter klinischen Bedingungen

  • bei Glaukomanfall,
  • bei schweren Stammhirnschäden,
  • im Koma,
  • durch Medikamente und Drogen:
    • Atropin: es bewirkt eine Mydriasis durch seine parasympathicolytische Wirkung. Dies wird zur Vorbereitung einer Augenspiegeluntersuchung ausgenutzt, um die Linse und den Augenhintergrund optimal besichtigen zu können. Die Wirkung hält mehrere Stunden an.
    • Kokain: es bewirkt eine kurz dauernde Mydriasis. Sie entsteht durch seine sympathicomimetische Wirkung (wirksam für 10 – 15 Minuten). Die Kokain-Mydriasis entsteht als Nebenwirkung bei Drogenabhängigen. Sie wurde früher als Kokainaugentropfen zur kurzzeitigen Pupillenerweiterung verwendet (u. a. frühe Arbeiten von Sigmund Freud).
  • als benigne episodische Mydriasis (BEM): selten, i.d.R. einseitig, vorzugsweise bei jungen Frauen mit Migräne-Vorgeschichte, 1) 2015 Jun;30(5):290-4. doi: 10.1016/j.nrl.2014.01.003. 2) 2011;4:501-3. doi: 10.2147/IJGM.S18613.
  • als Komplikation einer Operation am Oberkieferknochen (maxilläre Osteotomie), 3) 2015 Jun;73(6):1159-68. doi: 10.1016/j.joms.2014.12.024.

Eine maximal erweiterte und entrundete Pupille, die nicht mehr auf Licht reagiert, bedeutet irreversibler Hirnschaden; sie wird als Zeichen eines Hirntodes verwendet.


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Verweise


Literatur   [ + ]

1. 2015 Jun;30(5):290-4. doi: 10.1016/j.nrl.2014.01.003.
2. 2011;4:501-3. doi: 10.2147/IJGM.S18613.
3. 2015 Jun;73(6):1159-68. doi: 10.1016/j.joms.2014.12.024.