Ernährung bei Darmkrebs

Die Ernährung hat für die Vorbeugung des Darmkrebs eine besondere Bedeutung. Die steigende Inzidenz des Darmkrebs hängt zumindest zum Teil von einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten zu mehr tierischen Nahrungsmitteln zusammen. Entsprechend kann wahrscheinlich von einer Erhöhung der Ballaststoffanteile und pflanzlicher Nahrungsmittel eine Prophylaxe erwartet werden. (Vgl. Grundlagen der Ernährung)

Allgemeine Empfehlungen

Empfehlungen der AGA (Amerikanische Gastroenterologische Gesellschaft) :

  • 30-35 g/d Ballaststoffe mehrheitlich aus pflanzlichem Bereich (z.B. 5-7 Portionen Gemüse und Obst),
  • Reduktion von Fett und rotem Fleisch,
  • Kein Alkohol,
  • Kein Nikotin.

Eine ballaststoffreiche Kost ist inzwischen als Maßnahme erwiesen, das Risiko für distale Kolonadenome (häufigste Art von Polypen des Kolons) zu senken. Sie beeinflusst darüber wohl auch das Karzinomrisiko [1].

Neuere Befunde sprechen für eine Vorbeugung von Kolonpolypen durch Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr [2].

Ernährung unter Chemotherapie

Es sollte eine leichte vollwertige Kost zu sich genommen werden. Wegen gelegentlich auftretender Übelkeit kann eine vorübergehende Einschränkung der oralen Nahrungszufuhr notwendig werden. Es wird auf “Wunschkost” umgestellt. In manchen Fällen werden Kalorien und Flüssigkeit durch Infusionen ersetzt. Die Übelkeit kann medikamentös heute meist gut bekämpft werden. Eine negative Gewichtsentwicklung sollte in dieser Therapiephase vermieden werden.

Ernährung nach Darmoperation

Im Prinzip gibt es keine von einer gesunden Vollwertkost abweichende Diätempfehlung.

Nach einer Dickdarmoperation kann jedoch eine Veränderung der Ernährung erforderlich werden, wenn z. B. ein großer Darmabschnitt entfernt werden muss. Wenn der Enddarm mit betroffen ist, kann es zu Durchfällen und plötzlichem Stuhldrang kommen. In diesen Fällen ist auszuprobieren, welche Nahrungsmittel zu einer beschleunigten Passage und damit zu vermehrtem Stuhldrang und dünnem Stuhl beitragen. Das kann individuell sehr unterschiedlich sein. Durch “trial and error” kommt man zu einem jeweils eigenen Ernährungsregime. Dies gilt besonders für Stomaträger, die gelegentlich unter zu dünnem Beutelinhalt leiden. In diesen Fällen ist auch eine medikamentöse Kontrolle der Darmmotilität (z. B. durch Loperamid) zu prüfen. Sie ermöglicht eine verlängerte Verweilzeit in Dünn- und Dickdarm und eine verlängerte Zeit zur Resorption von Nährstoffen und von Flüssigkeit.

In jedem Fall sollte die Ernährung ausgeglichen sein. Für ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen sollte gesorgt sein. Dies ist aber bei einer Vollwertkost, wie sie grundsätzlich empfohlen wird, ohne Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln leicht zu erreichen. Vitamin D wird eine positive Wirkung bei der Krebsvorbeugung und Behandlung zugesprochen (siehe hier). Wichtig ist es, dass ein Normalgewicht erhalten oder wieder erreicht und nicht unterschritten wird.

Verweise

Literatur

  1. ? Lancet 2003; 2003: 1491-1495, Lancet 2003; 361:1496-1501
  2. ? J Nutr. 2004; 134(12 Suppl):3463S-3471S