Vitamin B6

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Vitamin B6 (Pyridoxin) ist ein wasserlösliches Vitamin, das fast ubiquitär in Nahrungsmitteln, besonders hoch in Getreide und Nüssen, enthalten ist. Es hat vielfältige Funktionen, vor allem im Eiweißstoffwechsel. Sein Mangel hat Auswirkungen auf den gesamten Körper, inklusive auf die Funktion des Gehirns. Ein Mangel fürht zu unreiner Haut, Mundwinkelrhagaden und einer Hirnleistungsstörung (Enzephalopathie).

→ Siehe auch unter Pyridoxalphosphat.


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Biochemische Funktionen

Pyridoxin ist eine für den Menschen essenzielle Vorstufe von Pyridoxalphoshat, welches ein Coenzym bei der Transaminierung (z. B. Funktion der ASAT) und Dekarboxylierung von Aminosäuren ist.

  • Pyridoxin ist für die Umwandlung von Tryptophan in Serotonin erforderlich.
  • Von den Transaminierungsprozessen hängt nicht nur die bedarfsgerechte Synthese spezieller Aminosäuren ab, sondern auch der Aminosäurenachschub für die Glukoneogenese (Neubildung von Zucker), die unter Vitamin-B6-Mangel leidet.
  • Im Tryptophanstoffwechsel ist es zur Bildung von Nikotinsäure erforderlich.
  • Pyridoxin ist an der Bildung der Delta-Aminolävolinsäure beteiligt, dem Ausgangsmolekül für die Synthese der Porphyrine, die wiederum für die Bildung des Hämoglobins erforderlich sind.

Zu weiteren Funktionen siehe hier.

Vitamin-B6-Quellen in der Nahrung

Vitamin B6 ist in fast allen Nahrungsmittel enthalten, so in Fleisch, Getreide, verschiedenen Gemüse- und Obstsorten.

Vitamin-B6-Mangel

Ein Vitamin-B6-Mangel ist selten und er wird kaum isoliert beobachtet. Er ist meist Teil eines allgemeinen Mangels an Vitaminen und Spurenelementen, wie er bei

  • einseitiger Ernährung (z. B. im Rahmen eines Alkoholabusus oder einer langen parenteralen Ernährung ohne ausreichende Vitaminsupplementierung auftreten kann) und
  • einer Mangelernährung, wie sie bei einer Hungersnot (z. B. in Afrika) auftreten kann.

Symptome eines Pyridoxinmangels

Zu den eher unspezifischen Symptomen eines Vitamin-B6-Mangels gehören unreine Haut durch ein seborrhoisches Ekzem, eine Neigung zu Mundwinkelrhagaden und eine atrophische Glossitis und zu Niedergeschlagenheit (Depression).

Auch trägt der B6-Mangel zu einer Enzephalopathie bei, die sich durch vielfältige mehr oder weniger ausgeprägte Symptome bemerkbar machen kann.

Eine angeborene Pyridoxin-abhängige Epilepsie (die bei Neugeborenen auftritt und sich durch Pyridoxinzufuhr beheben lässt) beruht auf einem Mangel an Antiquitin, einem Enzym, das am Katabolismus von Lysin beteiligt ist. 1)Brain Sci. 2021 Dec 31;12(1):65. DOI: 10.3390/brainsci12010065 2)Seizure. 2021 Oct;91:369-373. doi: 10.1016/j.seizure.2021.07.014

Ein Vitamin-B6-Mangel erhöht das Arterioskleroserisiko, verschlechtert die Gehirnleistung und die Karzinomprognose (dazu siehe hier).

Verweise


Literatur

Literatur
1 Brain Sci. 2021 Dec 31;12(1):65. DOI: 10.3390/brainsci12010065
2 Seizure. 2021 Oct;91:369-373. doi: 10.1016/j.seizure.2021.07.014