Stapler-Operation nach Longo

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Die Stapler-Operation nach Longo (Anopexie nach Longo; engl.: stapled  hemorrhoidopexy, Longo procedure) ist eine elegante transanale Operationsmethode zur Behandlung von Hämorrhoiden. Für ein Stadium-IV-Hämorrhoidalprolaps ist das Verfahren nicht geeignet. Voraussetzungen sind ein reversibler Prolaps und ein normales Analkaliber. 1)J Visc Surg. 2015 Apr;152(2 Suppl):S11-4. DOI: 10.1016/j.jviscsurg.2014.07.009. Die Methode löst wegen ihrer patientenfreundlichen Vorteile die Milligan-Morgan-Hämorroidektomie zwar vielfach ab, ist aber bezüglich des Langzeiterfolgs unterlegen. Die konventionelle Hämorrhoidektomien nach Ferguson bzw. Milligan-Morgan hat bei Hämorrhoiden dritten und vierten Grades die geringsten Rezidivraten; jedoch sind die Posthämorrhoidektomie-Schmerzen problematisch. 2)Ann Coloproctol. 2020 Jun;36(3):133-147. DOI: 10.3393/ac.2020.05.04.

Operationsmethode: Es werden nicht nur die Hämorrhoiden entfernt sondern auch die Schleimhaut kurz vor dem inneren Eingang zum Analkanal gestrafft. Damit werden auch leichte Marisken gestrafft. Mit Hilfe eines zirkulären Klammernahtgerätes wird ein etwa 2 bis 3 cm breiter Streifen aus der schmerzunempfindlichen Rektumschleimhaut herausgeschnitten. Die proximalen und distalen Schleimhautenden werden durch das Klammergerät neu miteinander verbunden. Die Klammernaht liegt knapp oberhalb der Grenze der Analschleimhaut zum Anoderm und damit tiefer als die Klammernaht einer STARR-Operation.

Die Patientenakzeptanz ist sehr hoch, da keine schmerzhaften Wunden am äußeren Anoderm entstehen. Der stationäre Aufenthalt kann oft auf 1-2 Tage beschränkt werden. Ungeachtet  ist die langfristige Patientenzufriedenheit hoch.

Nachteile gegenüber den herkömmlichen Operationsmethoden sind eine manchmal auftretende geringe Sphinkterinsuffizienz mit Stuhlinkontinenz durch die Dehnung des Analkanals mit den Operationsgerätschaften. Auch ist das Rezidivrisiko höher; es können Hämorrhoiden erneut auftreten. In einer Metaanalyse von Studien gab es 23 Rezidive von 269 Patienten in der Stapler-Gruppe gegenüber nur 4 von 268 Patienten in der konventionellen Gruppe. Auch erlitten in der Folgezeit etwa 3 mal mehr Patienten einen Analprolaps. 3)Cochrane Database Syst Rev. 2006 Oct 18;2006(4):CD005393. DOI: 10.1002/14651858.CD005393.pub2. Dennoch wird die Langzeit-Patientenzufriedenheit als hoch beurteilt. 4)J Visc Surg. 2015 Apr;152(2 Suppl):S11-4. DOI: 10.1016/j.jviscsurg.2014.07.009.

Alternativen für Hämorrhoiden höheren Grades sind die operative Milligan-Morgan-Methode (s. o.), die vor allem bei Hämorrhoiden Grad 3-4 Vorteile bezüglich des Langzeiterfolgs aufweist, sowie die neu entwickete „hämorrhoidale Laser-Prozedur“ (HeLP). Diese Methode ist mini-invasiv und steht in Konkurrenz zu den Methoden einer Gummibandligatur und einer Sklerotherapie. Sie ist für Hämorrhoiden Grad 2-3 mit nur geringem rektalen Prolaps geeignet und hat den Vorteil, dass sie kaum Schmerzen bereitet. Mit ihr kann eine signifikante Reduktion und Schrumpfung der Endäste der oberen Hämorrhoidalarterie erreicht werden. Es wird in einer Studie eine signifikante Verringerung der Hämorrhoiden mit einer Rezidivrate von nur 7 % über die folgenden 12 Monate berichtet. Sie lässt sich ambulant durchführen. 5)Cureus. 2021 Nov 12;13(11):e19497. DOI: 10.7759/cureus.19497.


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Verweise



Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

Literatur

Literatur
1, 4 J Visc Surg. 2015 Apr;152(2 Suppl):S11-4. DOI: 10.1016/j.jviscsurg.2014.07.009.
2 Ann Coloproctol. 2020 Jun;36(3):133-147. DOI: 10.3393/ac.2020.05.04.
3 Cochrane Database Syst Rev. 2006 Oct 18;2006(4):CD005393. DOI: 10.1002/14651858.CD005393.pub2.
5 Cureus. 2021 Nov 12;13(11):e19497. DOI: 10.7759/cureus.19497.