Ulcus duodeni

Das Ulcus duodeni (Duodenalulkus) ist ein Geschwür in der Schleimhaut des Zwölffingerdarms. In der Regel liegt es im Bulbus duodeni. Nur in einem Teil der Fälle macht es Beschwerden; das Erste Symptom kann eine Blutung sein. Die Diagnose wird endoskopisch gestellt. Symptomlose Ulcera duodeni werden meist nicht diagnostiziert und nur zufällig entdeckt. Das Zwölffingerdarmgeschwür gehört zu den peptischen Geschwüren; die Prinzipien werden dort abgehandelt. Hier jedoch einige Besonderheiten:

Blutung aus einem Ulcus duodeni

Bei der Gastroskopie wird unterschieden, ob es sich um ein Vorderwand- oder Hinterwandulkus handelt. Ulcera, die in der Bulbushinterwand lokalisiert sind, können wegen ihrer Nähe zur Arteria gastroduodenalis zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Patienten mit einer oberen gastrointestinalen Blutung, bei denen in der Notfallendoskopie solch ein Geschwür entdeckt wird, sollten auf einer Intensivstation am Monitor überwacht werden, da jederzeit eine neuerliche große Blutung auftreten kann; das Risiko ist in der ersten 3 Tagen deutlich erhöht. Wenn es sich um ein unter der Endoskopie weiter blutendes Hinterwandulkus handelt, sollte eine Operation dringend in Erwägung gezogen und der Chirurg informiert werden. Ein endoskopischer Versuch der Blutstillung ist in der Regel wenig aussichtsreich und wird meist, um nicht Zeit zu verzögern, unterlassen. Vorderwandulcera dagegen sind weniger gefährlich; bei ihnen kann der Versuch einer endoskopischen Blutstillung erfolgreich sein.

Helicobacter pylori beim Ulcus duodeni

Das Duodenalulkus ist in den meisten Fällen (vielfach werden Angaben um 90% gemacht) mit der Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori assoziiert. Es wird die Hypothese vertreten, dass antrale Schleimhautinseln im Bulbus duodeni ebenfalls besiedelt sind und dass dort das Ulkus auftritt.

Eine weitere Ursache für ein Ulcus duodeni ist eine adverse Reaktion auf nichtsteroidale Antirheumatika und ASS. Wenn anamnestisch diese Ursachen wegfallen, wird häufig auch ohne direkten Helicobacter-Nachweis eine Hp-Eradikation durchgeführt. Ansonsten gilt es, den Hp-Nachweis in der Antrumbiopsie abzuwarten.

Ulcus duodeni beim Zollinger-Ellison-Syndrom

Das Zollinger-Ellison-Syndrom ist durch ein Gastrinom bedingt und hegt mit einer erhebliche Hypersekretion sauren Magensafts einher. An dieses Syndrom sollte gedacht werden, wenn multiple und große Ulcera und vor allem auch Ulcera auftreten, die noch hinter dem Bulbus duodeni im mittleren und unteren Duodenum auftreten.

Mehr zum Ulkusleiden siehe hier.

Verweise