Magenbeschwerden

Als Magenbeschwerden werden landläufig rechtsseitige Oberbauchbeschwerden bezeichnet, insbesondere wenn sie mit Übelkeit und Brechreiz verbunden sind. Oft werden auch ganz allgemein Bauchschmerzen als Magenschmerzen deklariert.


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Beschwerden, die vom Magen ausgehen

Magenbeschwerden sind nicht immer auf eine Magenkrankheit zurückzuführen. Vielfach ist nicht bekannt, wo der Magen im Bauchraum liegt. Der Arzt fragt daher in aller Regel genauer nach. Wenn Beschwerden in der Magengegend jedoch begleitet sind von

dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Magen die Ursache ist, deutlich. Aber auch dann noch kann eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung in Frage kommen.

Weitere Hinweise darauf, dass die geklagten Beschwerden dem Magen zuzuordnen sind, ergibt sich manchmal aus Angaben zur einnahme einer Mahlzeit (etwas Verdorbenes gegessen) oder zur Abhängigkeit von der Einnahme bestimmter Nahrungsmittel oder zu früheren Magenerkrankungen.

Magenkrankheiten

Krankheiten des Magens, die mit linksseitigen und mittigen Oberbauchbeschwerden einhergehen können, sind im Wesentlichen

  • die Dyspepsie (eine funktionelle Störung der Motilität des Magens),
  • die Ulkuskrankheit (Magengeschwür oder Zwölffingerdarmgeschwür) und
  • die Gastritis (Magenschleimhautentzündung).

Die Gastritis und die Ulkuskrankheit sind jedoch umgekehrt nicht immer mit Schmerzen verbunden! Sie können symptomfrei verlaufen.

Differenzialdiagnosen

Das Zwölffingerdarmgeschwür (Duodenalulkus) ist eine wichtige Differenzialdiagnose der Magenbeschwerden, die häufig mit den Magenerkrankungen zusammen betrachtet wird.

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist zwar etwas seltener, kann aber von den Symptomen her oft nicht von einer Magenerkrankung unterschieden werden. Denn auch sie kann zu Schmerzen in der Magengegend, Völlegefühl unf Brechreiz führen.

Weitere häufige Differenzialdiagnosen sind Erkrankungen der Leber (z. B. Cholangitis oder Hepatitis) inklusive der Gallenblase (z. B. Gallensteinleiden oder Cholezystitis) und der Gallenwege (z. B. Choledocholithiasis oder Sphincter-Oddi-Dysfunktion) und starke Blähungen im Dickdarm.

Diagnostik

Zur Untersuchung der Ursache der Magenbeschwerden dient die Magenspiegelung (Gastroskopie). Wenn die Spiegelung in seltenen Fällen nicht möglich ist, kann auch eine Röntgenuntersuchung des Magens weiterhelfen. Allerdings ist hierbei eine Gewebeentnahme zur histologischen Untersuchung nicht möglich.

Die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem Magen lässt nicht nur eine Gastritis oder einen Magentumor erkennen, sondern auch einen Befall der Magenschleimhaut mit dem “Magenkeim” Helicobacter pylori.

Behandlung

Häufig liegt Magenbeschwerden eine Schleimhautentzündung und eine funktionelle (nicht organisch bedingte) Entleerungsstörung zugrunde. Daher wird vor einer eingreifenden Diagnostik oft ein Therapieversuch mit Säureblockern (Protonenpumpenhemmern) und einem Prokinetikum (wie MCP) (Medikament zur Beschleunigung der Magenentleerung) durchgeführt. In einer Vielzahl von Fällen bessern sich darunter die Beschwerden rasch, so dass von einer Spiegelung Abstand genommen werden kann. Andernfalls wäre eine weitere Diagnostik erforderlich.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).