Enterovirusinfektion

-> Siehe auch: Diarrhö

Definition

Enteroviren sind eine Gruppe von RNA-Viren, in der Virusspezies zusammengefasst werden, die sich im Gastrointestinaltrakt vermehren können. Dazu gehören Serotypen von Polio-, Coxsackie- und Echoviren.

Pathogenese

Übertragung fekal-oral. Vermutlich infizieren Enteroviren zunächst Enterozyten und breiten sich von dort über regionale Lymphknoten aus bis sie die Blutbahn erreichen und eine Virämie hervorrufen. Sie infizieren eine Reihe von inneren Organen, inklusive des Gehirns. Die Inkubationszeit bis zur klinischen Symptomatik beträgt 2-14 Tage, meist 5-7 Tage. Im Darm werden bereits sekretorische Immunglobuline (IgA) induziert. Es kommt zudem rasch zu einer humoralen Antwort im Blut durch spezifische IgM (Persistenz etwa 1/2 Jahr) und später spezifischer IgG (Persistenz lebenslang).

Klinik

Die Symptomatik ist meist milde. Da viele innere Organe befallen werden können, ist sie vielfältig. Besondere Komplikationen können bei Beteiligung der Leber, des zentralen Nervensystems und des Herzens eintreten. Eine Diarrhö ist in der Regel nicht vorherrschend.

Diagnostik

Nachweis der Viren meist in der Zellkultur, häufig auch mit Hilfe der PCR. Als Proben dienen Stuhl und Rachenabstriche, aber auch andere Körperflüssigkeiten.

Therapie

Eine spezifische kausale Therapie steht nicht zur Verfügung. Bei Neugeborenen kann eine Hyperimmunglobulin-Infusion lebensrettend sein. Antivirale Medikamente werden entwickelt und erwartet.

Verweise

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