Cetuximab

Cetuximab ((Erbitux®) ist ein monoklonaler Antikörper gegen den Epidermal Growth Factor Receptor (EGFR), der in der Tumortherapie verwendet wird.

Hintergrund

Der EGF-Rezeptor wird durch den epidermalen Wachstumsfaktor (EGF) und den transformierenden Wachstumsfaktor alpha (TGF-?) aktiviert. Durch die Bindung wird eine intrazelluläre Kaskade von Signalen ausgelöst, die schließlich zu z. B. Zellvermehrung, Neubildung von Blutgefäßen (Angioneogenese) und Metastasierung führt. Auch kann eine erhöhte Resistenz gegen Bestrahlung oder Chemotherapie die Folge sein. Zu den EGFR-überproduzierenden Tumoren gehören Tumoren von Kolon und Rektum, Pankreas, Prostata, Kopf-Hals-Bereich, Brust, Nieren, Lungen (NSCLC). In die Signalkette, die vom EGFR ausgelöst wird greifen auch Thyrosinkinasehemmer wie Erlotinib oder Gefitinib ein.

Das Wichtigste

Kurzgefasst
Cetuximab ist ein künstlicher Antikörper, der als Medikament zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt wird. Gute Erfahrungen bestehen bereits mit Darmkrebs (mit Kras-Wildtyp), Kopf-Hals-Tumoren und dem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Nebenwirkungen betreffen vor allem einen Akne-artigen Hautausschlag, der ein gutes Ansprechen signalisiert.

 

Indikationen

Für folgende Erkrankungen bestehen Erfahrungen:

  • Kolorektales Karzinom: Eine Studie zeigt für Cetuximab eine Verlängerung der Zeit bis zur Progression von 1,5 auf 4,1 Monate und eine Verlängerung des mittleren Überlebens von 6,9 auf 8,6 Monate [1]. Weitere Studien (Dosierung i.d.R.: initial 400 mg Cetuximab pro Quadratmeter Körperoberfläche gefolgt von wöchentlichen Infusionen von 250 mg pro Quadratmeter plus “best supportive care” bei Patienten, die gegenüber herkömmlichen Chemotherapien refraktär waren, zeigen ebenfalls eine Lebensverlängerung [2][3]. Ein akneartiger Hautausschlag (in 80%) als Nebenwirkung war mit der onkostatischen Wirkung korreliert. Eine Kombination von Cetuximab und Bevacizumab scheint nach einer Studie bei therapierefraktären Patienten eine Therapieoption darzustellen [4]. Im Studienarm mit Cetuximab, Bevacizumab, und Irinotecan (CBI) war die progressionsfreie Zeit 7,3 Monate versus 4,9 Monaten im Studienarm mit Cetuximab und Bevacizumab (CB); as Gesamtüberleben lag bei 14,5 versus 11,4 Monaten. Erbitux ist seit 30.6.08 zur Behandlung des fortgeschrittenen kolorektalen Karzinoms zugelassen. Nach neueren Ergebnissen ist der Erfolg bei KRAS-Wildtyp (etwa 65% der Patienten) besser als bei KRAS-Mutationen (etwa 35% der Patienten)[5][6]. Der Nachweis eines K-ras-Wildtyps gilt als eine Vorbedingung für die Behandlung. (Genaueres siehe unter KRAS-Onkogen)
  • Squammöse Kopf-Hals-Tumore [7][8][9].
  • Nicht-kleinzelliger Lungentumor (NSCLC) [10].
  • Epitheliale Tumore [11].

Verweise

Literatur

  1. ? N Engl J Med. 2004 Jul 22;351(4):337-45
  2. ? J Clin Oncol. 2006 Oct 20;24(30):4914-21
  3. ? N Engl J Med. 2007 Nov 15;357(20):2040-8
  4. ? J Clin Oncol. 2007 Oct 10;25(29):4557-61
  5. ? ONS Connect. 2008 Aug;23(8):25
  6. ? J Clin Oncol. 2008 Jan 20;26(3):374-9
  7. ? J Clin Oncol. 2005 Dec 1;23(34):8646-54
  8. ? N Engl J Med. 2006 Feb 9;354(6):567-78
  9. ? J Clin Oncol. 2006 Jun 20;24(18):2866-72
  10. ? Clin Lung Cancer. 2006 Jan;7(4):285-7
  11. ? Clin Cancer Res. 2007 Feb 1;13(3):986-93