CA 19-9

Artikel aktualisiert am 20. Februar 2023

CA 19-9 (auch CA19-9) bedeutet „carbohydrate antigen 19-9“. Es dient in der Onkologie als Tumormarker zur Verlaufskontrolle verschiedener Tumore vor allem aus dem Gastrointestinaltrakt und insbesondere von Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Allgemeines


CA 19-9 ist auch als sialyliertes Lewis-Antigen bekannt. Es ist ein Antigen, das bei vielen Tumoren des Verdauungstrakts im Blut erhöht gefunden wird. Auch beim Bronchialkarzinom, Mammakarzinom und anderen gynäkologischen Tumoren können die Werte erhöht sein. Ca 19-9 gilt daher als unspezifischer Tumormarker und wird eher als Verlaufsparameter bei bekanntem Tumor als zum Tumorscreening verwendet. Falsch negative Ergebnisse bei Probanden mit Lewis (a-b-) Genotyp und falsch positive Ergebnisse bei gutartigen Erkrankungen und Vorhersagewerte von nur 72,3% sollten die Werte bei einer Verwendung als Screening-Tool kritisch betrachten lassen. (1)Adv Exp Med Biol. 2015;867:247-60. DOI: 10.1007/978-94-017-7215-0_15 Eine besondere Bedeutung hat der Marker für Diagnostik, Verlauf und Prognose des Pankreaskarzinoms (Bauchspeicheldrüsenkrebs) erlangt. Lewis (-)-Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs weisen häufig keine CA-19-9-Erhöhung auf. Das gilt jedoch nicht allgemein. In einer Untersuchung waren 27,4 % der Lewis (-)-Patienten die Werte erhöht. (2)Pancreatology. 2018 Dec;18(8):971-976. DOI: 10.1016/j.pan.2018.08.003

Tumormarker


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Indikationen

Verlaufskontrolle: Wenn bei einem Malignom (Krebs, bösartiger Tumor) CA 19-9 erhöht ist, kann der Wert zu Verlaufskontrolle herangezogen werden. Vor allem bei folgenden Tumoren sind erhöhte Werte möglich:

Tumorsuche, Diagnostik: Der Tumormarker kann zur Erhärtung des Verdachts auf einen dieser Tumore dienen, wenn er verdächtigt wird. Er dient jedoch nicht zur Sicherung der Diagnose.

Referenzwert

Der obere Grenzwert liegt bei 40 U/ml (entspricht 32 ng). (3) 2019 Mar;96(3):107-115. doi: 10.4174/astr.2019.96.3.107.

Andere Labore werten je nach Fragestellung erst Werte ≥103 U/L  (4) 2017 May;24(3):114-121. doi: 10.1159/000452691. oder ≥60 U/L (5) 2000 Nov-Dec;20(6D):5195-8. als aussagekräftig.

Bitte beachten: Verschiedene Labore können unterschiedliche Grenzwerte angeben.

Erhöhte Werte

Erhöhte Werte von CA 19-9 finden sich insbesondere bei malignen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege; aber auch andere Tumorerkrankungen des Bauchraums kommen in Betracht. Eine Bestimmung hat sich bei folgenden Krebserkrankungen zur Verlaufsbeurteilung bewährt:

  • Pankreaskarzinom, (6) 2016 Feb;37(2):1959-66. doi: 10.1007/s13277-015-3986-x. (auch Lewis-negative Tumore sind in 1/4 der Fälle CA-19-9-positiv, s. o.),
  • Gallengangskarzinom (7) 2017 May;24(3):114-121. doi: 10.1159/000452691.
  • Magenkarzinom, ein bedeutsamer Anstieg findet sich oft erst bei einem fortgeschrittenen Karzinom (8) 2017 Nov 9;17(1):737. doi: 10.1186/s12885-017-3738-y.
  • Kolonkarzinom (zusammen mit CEA und CA 125). (9) 2019 Mar;96(3):107-115. doi: 10.4174/astr.2019.96.3.107.

Der Tumormaker CA50 besitzt eine ähnliche Aussagekraft wie CA 19-9 (siehe hier).

Erniedrigte Werte

Normale oder niedrige Werte sind diagnostisch bedeutungslos. Sie schließen einen Tumor nicht aus.

Bei Menschen mit der Blutgruppe Lewis-a/b-negativ steigt CA 19-9 bei Tumoren häufig nicht an (s. o.). Ein fehlender Anstieg darf daher nicht zu falscher Sicherheit verleiten.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur[+]