Speicher-EKG

Das Speicher-EKG (Syn.: Holter-EKG, 24-Stunden-EKG, 48-Stunden-EKG, Langzeit-EKG) ist eine Herzstromableitung (Elektrokardiogramm), das über längere Zeit, z.B. über 24 oder 48 Stunden oder eine Woche abgeleitet und gespeichert wird. Je länger die Stromkurve erfasst wird, desto hoher ist die Chance, eine kritische Herzrhythmusstörung zu erfassen.


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Definition

Beim Langzeit- oder Speicher-EKG handelt es sich um eine Ableitung der Herzstromkurven (Elektrokardiogramm, EKG) über längere Zeit (z. B.  24 oder 48 Stunden oder 1 Woche). Die Stomkurven werden in einem meist tragbaren Registriergerät aufgezeichnet. Es besitzt i. d. R. eine Ereignistaste, um subjektiv empfundene Rhythmusstörungen zu vermerken, die bei der Auswertung bezüglich des zeitlichen Zusammenhangs mit dessen aufgezeichneter Stromkurve verglichen werden. Mit dieser Methode sollen seltene, aber relevante Rhythmusstörungen des Herzens erkannt werden.

Aussagekraft

Das Speicher-EKG ist eine diagnostische Methode zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen, so z. B. von Extrasystolen, Phasen von Tachykardie oder Bradykardie, Herzaussetzern, einer absoluten Arrhythmie oder von Phasen von Kammerflimmern oder Kammerflattern.

Vom Ergebnis eines Speicher-EKG´s hängt die Indikation zu einer entsprechenden antiarrhythmischen Therapie (z. B. Antiarrhythmika, Implantation eines Herzschrittmachers oder eines intrakardialen Defibrillators, Kardioversion, Ablation von Leitungsbahnen, Pulmonalvenenisolation) ab. Auch wird bei Nachweis von Phasen einer absoluten Arrhythmie die Indikation für eine Antikoagulation (zur Schlaganfallprophylaxe mit einem Cumarinderivat) gestellt.

Implantierbarer kardialer Monitor

Der implantierbare kardiale Monitor (insertable cardiac monitor, ICM) ermöglicht über einen längeren Zeitraum (über Wochen und Monate) die Aufzeichnung von Herzaktionen zur Erkennung sehr seltener Rhythmusstörungen. Die Geräte senden i.d.R. kritische Ereignisse an ein Kontrollzentrum, so dass ggf. eine sofortige Rettungsaktion eingeleitet werden kann. Die Indikation solch eines ICM ergibt sich beispielsweise, wenn eine Synkope oder eine zerebrale Ischämie (Schlaganfall o.ä.) nicht erklärlich ist. 1) 2018 Dec 6. doi: 10.1080/17434440.2018.1557046.

Verweise

Patienteninfos

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. 2018 Dec 6. doi: 10.1080/17434440.2018.1557046.