Protein C

Protein C ist die Vorstufe eines Vitamin-K-abhängigen Enzyms (einer Serinprotease), das in der Leber gebildet wird und aktivierter Form (APC) die Blutgerinnung hemmt. Es zudem weitere Wirkungen: es regt die Neubildung von Blutgefäßen an und hat zudem zyto- und neuroprotektive Wirkungen. Ein Analogon von APC, das 3K3A-APC hat nur noch neuroprotektive und keine gerinnungshemmende Wirkungen mehr (siehe hier) [1].


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Aktivierung und Wirkung

Protein C und Thrombin binden an Thrombomodulin von Zelloberflächen. Protein C wird dadurch aktiviert. Aktiviertes Protein C (APC) reguliert den Prozess der Blutgerinnung herab, indem es in Anwesenheit von Protein S als Cofaktor die Faktoren Va und VIIIa, die für die Aktivierung von Faktor X und die Bildung von Thrombin wesentlich sind, inaktiviert siehe hier).

Verminderte Wirkung

Die Wirkung von Protein C kann durch folgende Ursachen vermindert sein:

  • durch einen angeborenen Protein-C-Mangel (selten); für ihn sind inzwischen mehrere Genmutationen bekannt,
  • durch einen erworbenen Protein-C-Mangel bei Vitamin-K-Mangel und bei Leberinsuffizienz,
  • durch eine APC-Resistenz (Faktor-V-Mutation).

In jedem Fall kommt es zu einer erhöhten Gerinnungsneigung (Hyperkoagulabilität) und Thrombosegefahr [2].

Angeborener Protein-C-Mangel

Ein schwerer angeborener (autosomal recessiv vererbter) Protein-C-Mangel mit einer Protein-C-Activität <1 IU/dl macht sich bereits postnatal bereits durch eine Purpura fulminans und eine disseminierte intravasale Gerinnung (DIC) bemerkbar [3]. Minder schwere Fälle sind auf unterschiedliche Mutationen zurückführbar. Bei einem 34-jährigen Patienten mit Budd-Chiari-Syndrom beispielsweise wurde eine 125C>A (Arg42Ser) Substitution des Protein-C-Gens gefunden [4].

Die Behandlung einer schweren Hyperkoagulabilität durch angeborenen Protein-C-Mangel erfolgt heute durch menschliches Protein-C-Konzentrat [5], in leichteren Fällen durch Antikoagulanzien wie Heparine, Coumarine oder Faktor Xa-Hemmer.

APC-Resistenz

Die APC-Resistenz beruht auf einer Mutation von Faktor V. Aktiviertes Protein C vermag den mutierten Faktor Va nicht mehr zu spalten; er ist „resistent gegen APC“ und damit verlängert prothrombotisch wirksam [6]. Die Behandlung zielt im Wesentlichen auf die Vorbeugung thrombembolischer Ereignisse und erfolgt bei erhöhter Thrombosegefahr durch Antikoagulanzien, so z. B. durch Heparine oder Coumarine oder Faktor Xa-Hemmern (siehe hier).

Verweise

Literatur

  1. ? Curr Pharm Des. 2012;18(27):4215-22
  2. ? Haemophilia. 2008 Nov;14(6):1214-21
  3. ? Haemophilia. 2008 Nov;14(6):1214-21
  4. ? Case Rep Med. 2013;2013:270419. doi: 10.1155/2013/270419
  5. ? Biologics. 2010 Mar 24;4:51-60
  6. ? J Thromb Haemost. 2010 Mar;8(3):445-53