Okkulte Blutung

Eine okkulte Blutung ist eine mit bloßem Auge nicht erkennbare Blutung. Der Begriff wird gewählt, wenn es um die Erklärung einer mikrozytären hypochromen Anämie geht, deren Ursache mit großer Wahrscheinlichkeit durch einen Blutverlust zu erklären ist.

Ursachen

Häufigste Ursache für einen nicht erkennbaren Blutverlust ist eine Blutung im Magendarmkanal.

Zu den Ursachen einer okkulten Blutung im Magendarmtrakt zählen

Diagnostik

Er kann durch einen positiven FOBT (fekaler okkulter Bluttest) wahrscheinlich gemacht und durch eine Endoskopie gesichert werden.

Eine obere gastrointestinale Blutung ist der Gastroskopie zugänglich, eine untere der Ileokoloskopie, eine im mittleren Darmkanal (Dünndarm) der Enteroskopie und der Kapselendoskopie.

Zu berücksichtigen sind Fehlinterpretationen eines Blutnachweises:

  • eine mehr oder weniger ausgeprägte Nasenrachenblutung kann zu Blutnachweis im Magen und zu einem positiven FOBT führen.
  • Zahnfleischbluten kann zu einem positiven FOBT führen, ohne dass eine Magendarmblutung vorliegen muss.

Diagnostik bei negativen Ergebnissen

Szintigraphie: In seltenen Fällen kann eine Blutungsquelle mit diesen Methoden nicht gefunden werden. Ist die Blutung ausreichend genug, kann eine Erythrozytenszintigraphie zur Lokalisation dienen. Bei ihr werden radioaktiv markierte Erythrozyten in die Blutbahn injiziert und nach einer gewissen Weile wird ein Szintigramm angefertigt: Dort wo Erythrozyten aus der Blutbahn ausgetreten und liegengeblieben sind, erscheint eine Markierung.

Verlaufen alle Untersuchungen negativ und kommt es dennoch zu intermittierenden Blutungen, dann sind zwei weitere Ursachen zu berücksichtigen:

  • ein Ulcus Dieulafoy: Seine Diagnostik umfasst neben einer Spiegelung auch eine hochauflösende Endosonographie der Magenschleimhaut. (siehe hier).
  • eine intermittierende Blutung aus dem Gallengang (gelegentlich Indikation für eine MRCP bzw. eine ERCP) und
  • ein Ulkus in einem Meckel’schen Divertikel.

Die Diagnose dieser seltenen Ursachen wird meist erst dann gestellt, wenn die Diagnostik (Endoskopie, Kapselendoskopie, Szintigraphie) während der Blutung stattfindet, was bei intermittierenden Blutungen gelegentlich mehrere Untersuchungen benötigt.


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Verweise


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).