Okkulte Blutung

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Eine okkulte Blutung ist eine mit bloßem Auge nicht erkennbare Blutung. Der Begriff wird gewählt, wenn es um die Erklärung einer mikrozytären hypochromen Anämie geht, deren Ursache mit großer Wahrscheinlichkeit durch einen Blutverlust zu erklären ist. In aller Regel ist die Blutungsquelle im Magendarmtrakt zu finden.


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Ursachen

Ursache für einen nicht erkennbaren Blutverlust ist in aller Regel eine Blutung im Magendarmkanal.

Ursachen einer inneren Blutung können ein Geschwür, eine Gefäßmissbildung der Schleimhaut (Angiodysplasie), ein Malignom (Krebs) oder eine blutende (hämorrhagische) Entzündung sein. Wenn der Test auf verborgenes Blut im Stuhl positiv ausfällt, aber im Magendarmtrakt keine Blutungsquelle gefunden wird, muss an eine Quelle in HNO-Bereich gedacht werden.

→ Zu möglichen Ursachen eines positiven FOBT siehe hier.

Sehr selten findet sich eine Blutung in die Leibeshöhle (blutiger Aszites); sie kann beispielsweise bei einer Blutungsneigung unter Antikoagulanzien und einem stumpfen Bauchtrauma auftreten. Der Stuhl ist blutfrei, der Ultraschalluntersuchung des Bauchraums zeigt freie Flüssigkeit, die sich dann bei Punktion als Blut herausstellen kann.

Diagnostik

Erythrozytenszintigraphie bei sonst nicht lokalisierbarer okkulter Blutung

Da eine okkulte Blutung in aller Regel durch eine Darmblutung entsteht, steht eine Stuhluntersuchung auf verborgenes Blut diagnostisch an erster Stelle. Wenig Blut mit Stuhl vermischt lässt sich nicht mit bloßem Auge nicht erkennen. Es lässt sich dagegen sich durch einen FOBT (fekaler okkulter Bluttest) leicht nachweisen und durch eine Endoskopie lokalisieren.

In seltenen Fällen einer intermittierenden Darmblutung muss eine radiologische Katheteruntersuchung (Angio-CT) oder/und eine Erythrozytenszintigraphie zur Lokalisationsdiagnostik der Blutungsquelle herangezogen werden. 1)Radiol Clin North Am. 2018 Sep;56(5):791-804. DOI: 10.1016/j.rcl.2018.04.009. PMID: 30119774. Dazu siehe hier.

Da eine okkulte Blutung häufig das erste Zeichen von Darmkrebs ist, zählt der Nachweis okkulten Bluts im Stuhl durch einen FOBT ab dem mittleren Alter zur Darmkrebsvorsorge.

Eine anhaltende oder häufig wiederkehrende Blutung im Magendarmkanal kann zu einer ausgeprägten Anämie führen; sie ist typischerweise mikrozytär und hypochrom.

Therapie

Die Behandlung erfolgt im Fall einer gutartigen Blutungsquelle in der Regel durch einen endoskopischen Eingriff, bei der die blutende Stelle koaguliert oder mit einem Fibrinkleber unterspritzt oder mit einem Hämoclip verschlossen wird. Breitflächige entzündliche Blutungsherde, die sich nicht durch antientzündliche Maßnahmen behandeln lassen, können eine Operationsindikation darstellen.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

 

Literatur

Literatur
1 Radiol Clin North Am. 2018 Sep;56(5):791-804. DOI: 10.1016/j.rcl.2018.04.009. PMID: 30119774.