LDH

LDH ist die Abkürzung für Laktatdehydrogenase.  Ihre Aktivität im Blut stammt aus einem Gemisch an Isoenzymen, die organspezifisch sind. Jede Körperzelle enthält Laktatdehydrogenase. Sie wird freigesetzt bei Undichtigkeit der Zellmembran, insbesondere beim Zelluntergang. So steigen ihre Werte besonders bei Hämolyse (Untergang roter Blutkörperchen) und bei rasch wachsenden Tumoren an.

Die organspezifischen Laktatdehydrogenase haben unterschiedliche Halbwertszeiten (HWZ). Die leberspezifische LDH-5 hat eine HWZ von ca. 8-12 Stunden, die erythrozyten- und herzspezifische LDH-1 von 3-5 Tagen.


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Referenzwert

Die Normbereiche der LDH sind alters- und geschlechtsabhängig (in U/l):

  • 13 – 15 Jahre
    • Mädchen 100 – 275
    • Jungen 120 – 290
  • 16 – 18 Jahre
    • Mädchen 105 – 230
    • Jungen 105 – 235
  • Erwachsene
    • Frauen 135 – 215
    • Männer 135 – 225

Bitte beachten: Normbereiche können von Labor zu Labor je nach verwendeter Methode unterschiedlich angegeben werden.

Erhöhter Wert

Erhöhte LDH-Werte finden sich besonders bei Entzündungen, Blutzerfall und Organ-Nekrosen. Beispiele:

  • Herzinfarkt: Anstieg und verlauf der Laktatdehydrogenase ist deutlich gegenüber denen von Creatinkinase (CK) und GOT verzögert.
  • akute Hepatitis): die Laktatdehydrogenase reagiert relativ zeitnah auf eine Verschlechterung oder Besserung.
  • Krebs mit vermehrtem Zellzerfall (besonders Blutkrebs, z. B. eine Leukämie): eine ständig erhöhte Laktatdehydrogenase weist auf anhaltende Zelluntergänge hin, wie dies bei einer malignen Bluterkrankung oder einem malignen Tumor der Fall ist. Die LDH eignet sich oft zur Verlaufskontrolle solcher malignen Prozesse.
  • vermehrter Blutzerfall (Hämolyse): die Laktatdehydrogenase spiegelt die Ausprägung des Erythrozytenzerfalls wider.

Niedriger Wert

LDH-Werte im Normbereich sprechen gegen einen höhergradigen Zellzerfall. Eine diskrete Hämolyse oder ein niedrig maligner Tumor sind nicht ausgeschlossen.

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Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).