Hepatitis G

Definition

Durch Blut übertragbare NANB-Infektion, hervorgerufen durch das Flavivirus HGV (Hepatitis-G-Virus, positivsträngiges RNA-Virus)

Allgemein

Nukleotidsequenz von HGV und GBV praktisch identisch und zu 29% identisch mit HCV. HGV ist damit kein Serotyp von HCV, sondern ein eigenständiges, wenn auch verwandtes Virus (HGV wurde bei Genelabs Technologies entdeckt, GBV gleichzeitig in den Abbott Laboratories). Das Hepatitis G Virus (HGV) ist wohl identisch mit GB-Virus Typ C, GBV-C. und ist wahrscheinlich nicht pathogen, ebenso wenig die hepatotropen Viren der TTV-Familie (transfusion transmitted virus).

Pathogenetische Bedeutung

Eine pathogenetische Bedeutung von HGV bezüglich der Entstehung und Unterhaltung einer Hepatitis beim Menschen ist nicht nachgewiesen. Eine HCV-Hepatitis verläuft bei gleichzeitiger HGV-Infektion unverändert. Dagegen wurde nachgewiesen, dass HGV bei Macaca mulatta eine milde Hepatitis auslöst[1].

HGV scheint nicht an extrahepatischen Manifestationen der HCV-Infektion beteiligt zu sein (z.B. Kryoglobulinämie, Glomerulonephritis).

Es wird vermutet, dass HGV eine Rolle bei der Entstehung von Lymphomen (B-Zell-Lymphomen, Morbus Hodgkin) spielt[2][3].

Eine Beobachtung besagt, dass HGV den Verlauf einer HIV-Infektion abschwächen könnte. Dies ist jedoch noch umstritten[4][5].

HGV-Marker werden bei Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC) häufig gefunden; eine isolierte Infektion scheint jedoch keine besondere Rolle bei der HCC-Entstehung zu spielen [6].

Epidemiologie

In USA sind 1,6% der Blutspender, >3% der Dialysepatienten und 18% der neuentdeckten NANB-Hepatitisinfizierten HGV-positiv; 80% davon sind gleichzeitig HCV-positiv. Umgekehrt haben 10% der chronische an Hepatitis C Erkrankten gleichzeitig eine HGV-Infektion.

Der Übertragungsweg ist unklar. Es wird eine parenterale Infektion als Hauptweg angesehen, aber eine sexuelle Transmission für möglich gehalten [7].

Diagnostik

  • PCR
  • Anti-HGV Envelope(Hüll-) Protein E2 (anti-E2) im Serum

Therapie

Interferon-alpha kann eine Serokonversion hervorrufen und HGV eliminieren. Bei fehlendem Krankheitsbild ist eine Therapie jedoch nicht indiziert.

Verweise

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Literatur

  1. ? World J Gastroenterol. 2005 Feb 21;11(7):970-5
  2. ? Haematologica 2002; 87: 714-718
  3. ? Acta Haematol. 2004;112(4):189-93
  4. ? H.J. Alter: State of the Art Lecture, XII. Falk Leberwoche 2003
  5. ? Asian Pac J Cancer Prev. 2005 Apr-Jun;6(2):215-6
  6. ? Jpn J Clin Oncol. 2007 Aug;37(8):632-6
  7. ? Int J Infect Dis. 2008 Jan;12(1):57-61