Aspergillose

Die Aspergillose ist eine Pilzerkrankung, die besonders bei einer schweren Störung des Immunsystems auftritt. Ausgelöst wird sie durch Aspergillen, meist durch Sporen von Aspergillus fumigatus. Die Symptomatik hängt von der allergischen und immunologischen Reaktionsbereitschaft des Körpers ab, am häufigsten ist die eines allergischen Asthmas [1].

Symptomatik

Die Pilzsporen der Aspegillus-Spezies sind ubiquitär und verursachen in aller Regel keine Krankheit und keine Beschwerden. Bei Immunkompromittierten jedoch kann die Einatmung dieser Sporen zu einer Pilzerkrankung der Lungen führen. Sie kann sich durch eine Entzündung der Lungen (eosinophile Pneumonie, allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA)) und der Atemwege mit Husten und der Neigung zu einer Spastik (Asthma) bemerkbar machen; oft kommt es zu blutigem Sputum (Hämoptysen), Fieber und Atemnot. Es können sich Bronchiektasen ausbilden, die vor allem morgendliche Expektorationen mit sich bringen.

Diagnostik

Häufig finden sich im Röntgenbild pulmonale Infiltrationen und oft auch Zeichen von Bronchiektasen oder ein Aspergillom mit Lufthalo zusammen mit einer Eosinophilie im Differenzialblutbild. IgE ist meist erhöht; der nachfolgende RAST (siehe hier) zeigt eine Reaktion auf Aspergillus-Antigene. Im Sputum oder in der Bronchiallavage finden sich meist Pilzhyphen. Oft finden sich Zeichen einer verminderten Immunabwehr, wie eine Leukopenie.

Verlaufsformen

Am häufigsten verläuft die Aspergillose als eine „allergische bronchopulmonale Aspergillose“.

Die „invasive Aspergillose“ führt zur Infiltration des tieferen Gewebes, der Entwicklung einer eosinophilen Pneumonie und der Ausbreitung der Aspergillen im Körper. Dies ist meist mit Allgemeinsymptomen assoziiert und kann je nach Organbefall die verschiedensten Symptome verursachen, so z. B. die einer Niereninsuffizienz oder eines Ikterus. Die Lethalität dieser Verlaufsform ist hoch.

In den Lungen kann sich ein Aspergillom (lokaler Pilzball) bilden, das röntgenologisch zentral solide erscheint und peripher von einem Luftmantel (Halo) umhüllt wird. Es macht meist keine Beschwerden, kann aber zu einer Lungenblutung führen.

Therapie

Die Grundlage einer Behandlung ist die frühzeitige Diagnose und Einleitung

Die Symptomatik einer allergischen und spastischen Überreaktion wird in Fällen akuter Atemnot durch Glukokortikoide gut beherrscht.

Voriconazol wird in der Behandlung der invasiven pulmonalen Aspergillose zur Pilztherapie eingesetzt; liposomales Amphotericin B soll ebenfalls effektiv sein. Posaconazol wird zur Pilzprophylaxe bei Immungeschwächten, wie bei der akuten myeloischen Leukämie, dem myelodysplastischen Syndrom oder bei der Immunsuppression nach Organtransplantation empfohlen [2].

Ein Aspergillom ist meist symptomlos und braucht dann meist auch nicht behandelt zu werden. Bei einer Lungenblutung jedoch wird meist die Indikation zu einer Lappen- oder Segmentresektion gestellt.

Verweise

Literatur

  1. ? Eur Respir Rev. 2011 Sep 1;20(121):156-74
  2. ? Eur J Med Res. 2011 Apr 28;16(4):145-52