Terlipressin

Terlipressin (Glycylpressin®, Haemopressin®) erniedrigt den Pfortaderdruck bei der portalen Hypertension und wird als Notfallmedikament bei der Ösophagusvarizenblutung verwendet.   Es ist ein synthetisches Analogon des Peptidhormons Vasopressin mit einer längeren Halbwertszeit und einer höheren Spezifität für die V1-Rezeptoren in der glatten Muskulatur der Blutgefäße.


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Das Wichtigste

Kurzgefasst
Terlipressin ist ein Medikament der Intensivmedizin zur Behandlung

Bei einer großen Ösophagusvarizenblutung kann Terlipressin ähnlich wirksam sein wie eine endoskopische Blutstillung und sollte notfallmäßig bereits vom Notarzt verabreicht werden können.

 

Wirkungen

Terlipressin erhöht den Widerstand besonders im Gefäßbett des Magendarmkanals, was zu einer Erniedrigung des Drucks in der Pfortader bei portaler Hypertension und damit auch in Ösophagusvarizen führt [1] [2]. Daraus resultiert seine günstige Wirkung bei einer Ösophagusvarizenblutung.

Indikationen

Terlipressin kann in Situationen hilfreich sein, in denen eine systemische Vasodilatation zu sonst nicht behebbaren Komplikationen, wie Schock mit Niereninsuffizienz, führt.

  • Hepatorenales Syndrom: Das beginnende hepatorenale Syndrom ist gekennzeichnet durch ein erhöhtes Blutvolumen im Magendarmbereich und peripherem Blutmangel mit Hypotonie, die zu einer Vasokonstriktion der Nierengefäße führt. In diesem Stadium kann Terlipressin (zusammen mit einer Volumenexpansion durch Infusionen) zu einer Reversion einer pathogenetischen Spirale führen, die ansonsten in ein nicht umkehrbares Nierenversagen führt [3].
  • Ösophagusvarizenblutung: Zu den Empfehlungen bei akuter Ösophagusvarizenblutung gehört die frühestmögliche Behandlung mit Terlipressin oder Somatostatin mit Beginn bereits im Krankenwagen zur Überbrückung bis zur endoskopischen Therapie (Ligatur oder Sklerosierung) [4] [5].
  • Septischer Schock: Terlipressin kann beim septischen Schock mit Blutdrckabfall durch periphere Vasodilatation auch dann noch wirksam sein, wenn Katecholamine versagen [6] [7].

Verweise

Literatur

  1. ? Expert Rev Gastroenterol Hepatol. 2007 Dec;1(2):207-17
  2. ? PLoS One. 2012;7(2):e29693. doi: 10.1371/journal.pone.0029693
  3. ? Expert Rev Gastroenterol Hepatol. 2007 Dec;1(2):207-17
  4. ? World J Hepatol. 2010 Jul 27;2(7):261-74.
  5. ? Semin Respir Crit Care Med. 2012 Feb;33(1):46-54.
  6. ? Expert Opin Pharmacother. 2009 Oct;10(15):2569-75.
  7. ? Crit Care. 2009;13(4):R130. doi: 10.1186/cc7990

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).