Proteasom-Inhibitoren

Proteasom-Inhibitoren scheinen eine wichtige Erweiterung des Therapiespektrums bei der Behandlung maligner Erkrankungen zu sein.

Proteasome

„Proteasom“ ist die Bezeichnung für einen katalytischen Komplex, der Proteine der Zelle abbaut. Proteasome wirken als multikatalytische Proteasen sowohl im Zytoplasma als auch im Zellkern. Sie degradieren Enzyme des Stoffwechsels und regulatorisch wirkende Proteine und Peptide. Vorbedingung für die Abbaufähigkeit zellulärer Proteine ist ihre Entfaltung, so dass sie in den Innenraum des Proteasoms gelangen können. Durch ihre Funktion als Abbaufabrik haben Proteasome eine große Bedeutung bei der Zellregeneration.

Wirkungsweise

Proteasom-Inhibitoren hemmen Proteasome in ihrer katalytischen Aktivität und beeinflussen über einen veränderten Proteinabbau viele Stoffwechselprozesse. Es wird angenommen, dass sie generell eine p53-unabhängige Apoptose menschlicher Krebszellen induzieren [1].

Beispiele für Proteasom-Inhibitoren

  • Bortezomib (Velcade®): Wirksamkeit bei der Therapie des multiplen Myeloms [2],
  • Marizomib: Wirksamkeit nach Studienlage bei verschiedenen Tumoren, so beim Myelom, Mantelzelllymphom, Morbus Waldenström, lymphatischen Leukämien [3],
  • Thiostrepton: ähnliche Wirkungen bei Malignomen, zudem Anti-Malaria-Aktivität [4].
  • Carfilzomib: In einer Phase-2-Studie wurde eine relativ gute Wirksamkeit beim therapierefraktären multiplen Myelom nachgewiesen [5].

Verweise

Literatur

  1. ? Am J Pathol. 2011 Jan;178(1):355-60
  2. ? Lancet Oncol. 2010 Oct;11(10):934-41
  3. ? Potts BC et al. Curr Cancer Drug Targets. 2011 Jan 19. [Epub ahead of print]
  4. ? Aminake MN Antimicrob Agents Chemother. 2011 Jan 18. [Epub ahead of print]
  5. ? Blood October 4, 2012 vol. 120 no. 14 2817-2825