Mukosektomie

Unter Mukosektomie wird die endoskopische Entfernung eines breitbasigen Stücks aus der Schleimhaut des Magendarmtrakts (Mukosa) verstanden. Sie dient der diagnostischen und therapeutischen Zwecken.

Indikation

Die Mukosektomiestellt eine Möglichkeit dar, endoskopisch erkennbare flache Schleimhautanomalien als Gesamtheit abzutragen. Sie können dann insgesamt auf Gut- oder Bösartigkeit untersucht werden.

Entfernung breitbasiger Polypen: Mit dieser Methode können breitbasig aufsitzende Polypen (z. B. im Magen oder im Dickdarm) zur histologischen Aufarbeitung vollständig entnommen werden. Bei einem lokal begrenzten und noch nicht in die Tiefe wuchernden Krebs, einem Carcinoma in situ, kann so eine Heilung erzielt werden. Es muss allerdings histologisch (unter dem Mikroskop) gesichert werden können, dass das bösartige Gewebe an keiner Stelle die Abtragungsschicht erreicht hat. Engmaschige Nachkontrollen sind danach unerlässlich.

Methode

Um ein flaches Schleimhautstück entfernen zu können, muss es zunächst durch Unterspritzung (z. B. mit einer physiologischen Kochsalzlösung, die ggf. zur vorsorglichen Blutstillung mit Adrenalin versetzt wird) vom darunter liegenden Gewebe (Submukosa) abgehoben werden. Es bildet sich durch die Flüssigkeitsinjektion ein Polster, das es ermöglicht, die darauf abgehobene Schleimhaut mit einer Elektroschlinge zu greifen. Wird die Schlinge unter Abtragungsstrom zugezogen, so schneidet sie den gegriffenen Schleimhautbezirk ab. Er kann anschließend geborgen und unter dem Mikroskop untersucht werden.

Komplikationen sind in geübter Hand selten.

  • Kleine Blutungen sind leicht durch Unterspritzung oder mit einem Clip stillbar.
  • Eine größere Blutung lässt sie sich ebenfalls oft mit einem Hämoclip stillen.
  • Eine Perforation der Darmwand ist selten; sie kann aber größere Probleme bereiten; eine kleine Perforation kann durch einen Clip gelegentlich verschlossen werden, eine größere bedarf einer Operation.

Vorgehen in Bildern

Flacher Polyp im Rektum

 

Nach Unterspritzung hebt sich der flache Polyp so ab, dass er mit der Elektroschlinge gefasst werden kann.

 

Die Abtragung ist vollständig erfolgt; es kam nicht zu einer Perforation oder Blutung.

Verweise