Mukosektomie

Artikel aktualisiert am 8. Dezember 2023

Unter Mukosektomie wird die endoskopische Entfernung eines breitbasigen Fleckens aus der Schleimhaut des Magendarmtrakts (Mukosa) verstanden. Sie dient diagnostischen und therapeutischen Zwecken und wird angewendet, wenn Verdacht auf eine maligne oder prämaligne Struktur besteht. Die endoskopische Submukosadissektion ist das einzige nichtoperative, endoskopisch durchführbare Verfahren für eine En-bloc-Resektion unabhängig von der Größe einer auffälligen Schleimhautläsion.


Indikation

Die Mukosektomie stellt eine Möglichkeit dar, endoskopisch auffällige flache Schleimhautanomalien als Gesamtheit abzutragen, um sie vollständig auf ihre Dignität (Gut- oder Bösartigkeit) untersucht lassen zu können.

Klärung der Dignität:  Breitbasig aufsitzende Polypen im Magen oder im Dickdarm werden mit dieser Methode vollständig entnommen und zur histologischen Aufarbeitung gebracht.

Hohe Heilungschance bei lokal begrenztem Krebs:  Wenn sich ein Carcinoma in situ herausstellt, kann mit dieser Methode eine Heilung erzielt werden. Es muss allerdings histologisch (unter dem Mikroskop) gesichert werden können, dass bösartiges Gewebe an keiner Stelle die Basalmembran der Schleimhaut und die Abtragungsschicht erreicht hat. Engmaschige Nachkontrollen sind danach unerlässlich.

Methode

Um ein flaches Schleimhautstück entfernen zu können, muss es zunächst durch Unterspritzung (z. B. mit einer physiologischen Kochsalzlösung, die ggf. zur vorsorglichen Blutstillung mit Adrenalin versetzt wird) vom darunter liegenden Gewebe (Submukosa) abgehoben werden. Es bildet sich durch die Flüssigkeitsinjektion ein Polster, das es ermöglicht, die darauf abgehobene Schleimhaut mit einer Elektroschlinge zu greifen. Wird sie unter Abtragungsstrom zugezogen, so schneidet sie den erfassten Schleimhautbezirk ab. Er kann anschließend geborgen und unter dem Mikroskop (histologisch) untersucht werden. (1)Transl Gastroenterol Hepatol. 2023 Jul 17;8:25. DOI: 10.21037/tgh-23-23

Komplikationen sind in geübter Hand selten. Eine verzögert auftretende Blutung trat in einer Studie in 3,7 % der Fälle auf. (2)Clin Gastroenterol Hepatol. 2016 Aug;14(8):1140-7. doi: 10.1016/j.cgh.2016.03.021.

  • Kleine Blutungen sind leicht durch Unterspritzung oder mit einem Clip stillbar.
  • Eine größere Blutung lässt sich ebenfalls oft mit einem Hämoclip stillen.
  • Eine Perforation der Darmwand ist selten; sie kann aber größere Probleme bereiten; eine kleine Perforation kann durch einen Clip gelegentlich verschlossen werden, eine größere bedarf einer Operation.

Mukosektomie in Bildern

Abtragung eines flachen Polypen im Enddarm:

Flacher Polyp im Rektum

 

Nach Unterspritzung hebt sich der flache Polyp so ab, dass er mit der Elektroschlinge gefasst werden kann.

 

Die Abtragung ist vollständig erfolgt; es kam nicht zu einer Perforation oder Blutung. Nach Ablasen des insufflierten Gases legen sich die Ränder aneinander und wachsen in den nächsten wenigen Tagen vollständig zusammen.

Verweise

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Literatur

Literatur
1Transl Gastroenterol Hepatol. 2023 Jul 17;8:25. DOI: 10.21037/tgh-23-23
2Clin Gastroenterol Hepatol. 2016 Aug;14(8):1140-7. doi: 10.1016/j.cgh.2016.03.021.