Monozyten

Monozyten sind relativ große rundkernige Zellen (bis 20 µm), die etwa 2-8% der weißen Blutzellen (Leukozyten) ausmachen und aus dem Knochenmark stammen. Sie zirkulieren für bis zu 3 Tagen im Blut, wandern auf den Reiz von Mediatorstoffen hin zu Entzündungsgeschehen im Gewebe und bilden sich in Makrophagen um. Zusammen mit ihnen bilden sie das „mononukleäre phagozytierende System“ (MPS), welches für die unspezifische Sofortabwehr und für die Triggerung der spezifischen Immunabwehr des Körpers bei einer Infektion eine entscheidende Rolle spielt. Aus der Milz, dem Hauptspeicherort, können bei Bedarf große Mengen an Monozyten freigesetzt werden.

Aufgabe der Monozyten ist die Phagozytose (Einverleibung in Vesikel, sog. “Phagosomen”, durch Umschließung mit Zytoplasma) von Fremdmaterial und Präsentation ihrer Antigene auf der Zelloberfläche. Über die Antigenpräsentation aktivieren sie Lymphozyten zur Antikörperproduktion und tragen somit entscheidend zur Immunabwehr des Körpers bei.

Aus Monozyten entstehen durch Aktivierung Makrophagen, die eine zentrale Rolle bei der unspezifischen Abwehr infektiöser Partikel, wie Bakterien oder Viren, spielen. Sie können zu Epitheloidzellen und mehrkernigen Riesenzellen werden, wie sie beispielsweise bei der granulomatösen Hepatitis, der Sarkoidose und der Tuberkulose vorkommen.

Monozyten und Arteriosklerose

Monozyten können LDL aufnehmen und abbauen. Wenn LDL oxidiert ist, ist der Abbauprozess gestört, und es entstehen Lipid-haltige Schaumzellen, die bei der Entstehung einer arteriosklerotischen Gefäßwandschädigung von ursächlicher Bedeutung sind.

Erhöhung der Monozytenzahl, Monozytose

Eine Erhöhung der Monozytenzahl kommt in der Rekonvaleszenz von Infektionen vor. Man findet sie auch bei chronischen Entzündungen, wie der rheumatoiden Arthritis oder dem Lupus erythematodes, der Tuberkulose, der Sarkoidose oder auch bei Virusinfektionen wie Mumps, Pfeifferschem Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose), der EBV-Hepatitis oder Masern.

Verweise