Quercetin

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Quercetin ist ein Flavonoid (gelber Naturstoff) und gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Vorkommen

Quercetin ist im Pflanzenreich weit verbreitet und kommt auch in Nahrungsmitteln vor, so in Zwiebeln (besonders viel 1)J Agric Food Chem. 2007 Dec 12;55(25):10067-80 ), Kapern (besonders viel), Liebstöckel (besonders viel), Grünkohl, Heidelbeeren, Schnittlauch, Brokkoli, grünen Bohnen und Äpfeln.

Wirkungen von medizinischem Interesse

Quercetin werden Wirkungen zugeschrieben, die in ähnlicher Weise wie Medikamente die Gesundheit des Körpers beeinflussen; es gehört daher zu den Phytopharmaka.

Quercetin wirkt wie viele in der Natur vorkommende Flavonoide antioxidativ, antihypertensiv (blutdrucksenkend), kardioprotektiv (das Herz schützend), antiatherosklerotisch (antiatherogen, gegen Arteriosklerose gerichtet), antithrombotisch (Thrombose verhindernd), antiinflammatorisch (entzündungshemmend), immunmodulatorisch (das Immunsystem beeinflussend) und antikarzinogen (gegen Krebsarten gerichtet). Wegen dieser vielfältigen Wirkungen wird es als viel versprechend für die Vorbeugung und Behandlung von einer Reihe von Erkrankungen angesehen. 2)Eur J Pharmacol. 2008 May 13;585(2-3):325-37 Es erhöht insbesondere die Widerstandskraft gegen altersabhängige Erkrankungen. 3)Molecules. 2022 Apr 13;27(8):2498. DOI: 10.3390/molecules27082498.

Wirkungen (Auswahl)

  • Blutdruck : Quercetin wirkt in verschiedenen Rattenmodellen blutdrucksenkend und beugt Gefäßschäden durch hohen Blutdruck am Herzen und den Nieren vor. Im wird eine präventive Wirkung für den Herzinfarkt und den Schlaganfall vorhergesagt. 4)Pharmacol Rep. 2009 Jan-Feb;61(1):67-75
  • Arteriosklerose: Quercetin wird im Darm metabolisiert. Einige Metabolite, wie das Q3GA (das 3-O-beta-d-Glucuronid des Quercetins) behalten eine hohe antioxidative Potenz. Sie werden in arteriosklerotischen Läsionen von Blutgefäßen gefunden (in den von Makrophagen abstammenden Schaumzellen). Dort hemmen sie die Lipidperoxidation und verhindern so die Ablagerung von Cholesterinesterhydroperoxid und beugen so der Entwicklung und den Komplikationen der Arteriosklerose vor. 5)Nutr. 2009;61:87-94
  • Kardioprotektion (Schutz des Herzens): Quercetin wirkt am Herzen diabetischer Ratten einer Muskeldegeneration entgegen. Die Behandlungsgruppe zeigte singifikant weniger Nekrosen, Vakuolisierungen, Verlust von Myofibrillen und Entzündungsreaktionen als die Vergleichsgruppe. Die Wirkung entsprach der von Resveratrol. 6)Biotech Histochem. 2022 Feb;97(2):152-157. DOI: 10.1080/10520295.2021.1918766.
  • Antientzündliche Wirkung: In Entzündungsherden wird von Leukozyten (neutrophilen Granulozyten) und Makrophagen das Enzym Myeloperoxidase (MPO) sezerniert, so auch in lokalen Entzündungen der atheromatösen Aorta. Die Aktivität von MPO wird durch Quercetin gehemmt. Damit werden auch die durch MPO vermittelten oxidativen Reaktionen unterdrückt. 7)Antioxid Redox Signal. 2009 Nov;11(11):2899-937
  • Neurotoxizität und Neuroprotektion: Quercetin wurde hinsichtlich einer möglichen Neuroprotektion untersucht. Es wird vermutet, dass die vaskulären Erkrankungen des Gehirns (z. B. Schlaganfall) durch Quercetin günstig beeinflusst werden, nicht dagegen die eigentlich neurodegenerativen Krankheiten (wie der Morbus Parkinson). Quercetin scheint bei Undichtigkeit der Liquorschranke eher die Gefahr einer Neurotoxizität in sich zu bergen. 8)Expert Opin Drug Saf. 2009 Jul;8(4):397-409
  • Antioxidative Wirkung: Am Modell der Achillessehne der diabetischen Ratte wurde ein schützender Effekt gegen oxidativen Stress festgestellt. Dies zeigte sich in einem Stutz vor Desorganisation der Kollagenfasern. Die Expression von Il6 (Entzündungsmediator), Typ-III-Kollagen, Mmp2 und Timp2 signifikant war unter Quercetin verringert, die von Typ-I-Kollagen dagegen relativ zur Vergleichsgruppe signifikant erhöht. 9)BMC Musculoskelet Disord. 2022 Jun 10;23(1):563. DOI: 10.1186/s12891-022-05513-4

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Verweise

 

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur

Literatur
1 J Agric Food Chem. 2007 Dec 12;55(25):10067-80
2 Eur J Pharmacol. 2008 May 13;585(2-3):325-37
3 Molecules. 2022 Apr 13;27(8):2498. DOI: 10.3390/molecules27082498.
4 Pharmacol Rep. 2009 Jan-Feb;61(1):67-75
5 Nutr. 2009;61:87-94
6 Biotech Histochem. 2022 Feb;97(2):152-157. DOI: 10.1080/10520295.2021.1918766.
7 Antioxid Redox Signal. 2009 Nov;11(11):2899-937
8 Expert Opin Drug Saf. 2009 Jul;8(4):397-409
9 BMC Musculoskelet Disord. 2022 Jun 10;23(1):563. DOI: 10.1186/s12891-022-05513-4