Leberzirrhose – Neues

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Vorbeugung einer Ösophagusvarizenblutung

Eine Cocchrane-Bewertung der verschiedenen Methoden zur Prophylaxe einer Ösophagusvarizenblutung kommt zum Schluss, dass die Primärprävention durch Ligatur von Ösophagusvarizen einen günstigeren vorbeugenden Effekt als Beta-Blocker bewirkt. Allerdings reduziert der günstige Effekt bezüglich einer Blutung nicht das Mortalitätsrisiko (Risiko zu sterben), das mit 23 bzw. 24% angegeben wird. Die Daten der einbezogenen 19 Studien erlauben keine ausreichende Subgruppenanalyse zur Klärung, ob eine der Methoden unter besonderen Bedingungen vorteilhafter ist [3].

Lebertransplantation und Hepatitis C

Die dekompensierte Leberzirrhose bei Hepatitis C gilt als Indikation zur Lebertransplantation (LTX). Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird dadurch jedoch nicht eliminiert; die transplantierte Leber infiziert sich daher von neuem und kann wiederum vernarben. Die Fortführung einer antiviralen Therapie wird daher empfohlen; bei einer Behandlung mit PEG-Interferon plus Ribavirin ist eine anhaltende Virusunterdrückung (SVR: sustained viral response rate) von 30 – 35% zu erwarten [4].

Natriumrestriktion bei Aszites oder nicht?

Eine Studie an 200 Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose (überwiegend auf dem Boden einer Hepatitis B) in China zum Einfluss einer natriumarmen Diät auf die Beherrschung von Aszites kommt zum Schluss, dass eine Natriumrestriktion keinen Vorteil sondern eher einen Nachteil bietet. In der Gruppe ohne Natriumrestriktion in der Ernährung blieb die Natrium-Konzentration im Serum höher als in der Gruppe mit Natrium-Restriktion und war mit einer besseren Diurese und rascheren Aszites-Ausschwemmung assoziiert. Diese Ergebnisse widersprechen dem üblichen derzeitigen Vorgehen [5].

Prognose einer Leberzirrhose bei frischer Hepatitis C

Die Langzeitprognose einer noch jungen Hepatitis C kann über die anfängliche Reaktion der Transaminasen und die Konzentration von IFN-gamma, MIP-1ß und MCP-1 (CCL-2) bestimmt werden. Ist eine nur langsame Progredienz zu erwarten findet sich ein früher ALAT-Peak und eine früher Serokonversion (zu Anti-HCV), was ein relativ gutes Ansprechen der Immunantwort anzeigt. Findet sich dagegen eine deutliche und anhaltende Erhöhung der ALAT und zudem des profibrotischen Cytokins MCP-1, ist von einer Progredienz Richtung Leberfibrose und Leberzirrhose auzugehen [6].