Horner-Syndrom

Das Horner-Syndrom besteht aus einer Kombination von neurologischen Zeichen, bestehend aus

Diese Symptome entstehen durch eine Schädigung des Sympathikus im Ursprungsgebiet des Rückenmarks / Gehirns oder im Verlauf der Nervenstränge, die zum Auge ziehenden.


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Ursachen

Das Horner-Syndrom entsteht durch

  • eine Schädigung der im Rückenmark des Brustbereichs befindlichen ersten Neuronen des Sympathikcus (die zum paravertebralen sympathischen Nervengeflecht mit seinen Ganglien ziehen),
  • eine Schädigung im Bereich des Ganglion stellatum (unteres Halsganglion, verschmolzen mit dem obersten Brustganglion) oder des oberen Halsganglions (Ganglion cervicale superior),
  • eine periphere Schädigung (Schädigung sympathischer Nervenfasern), die vom oberen Brustganglion an der Halsschlagader entlang (über den Plexus caroticus internus) schließlich zum Auge ziehen.

Symptome

Das Horner-Syndrom ist in der Regel einseitig und meist durch eine Pupillendifferenz auffällig. Die Seite mit der engeren Pupille weist zudem ein etwas eingefallenes Auge auf, das in die Augenhöhle eingesunken erscheint. Das Oberlid hängt im Vergleich mit dem gesunden Auge.

Wenig auffällig, aber vorhanden, ist eine Störung der Schweißbildung im Bereich der gestörten Sympathicus-Innervation.

Differenzialdiagnosen

Klinisch wichtige Ursachen sind:

  • Schilddrüsenkarzinom,
  • Aortendissektion,
  • Pancoast-Tumor (Tumor an der Lungenspitze, früher bei dort lokalisierten Narben einer Tuberkulose häufiger),
  • Syringomyelie,
  • Hirntumor, z. B. Glioblastom,
  • Folge einer Stellatum-Blockade. Dies ist ein Eingriff durch eine Injektion eines betäubenden oder vernarbenden Mittel, das das Ganglion stellatum funktionell ausschalten soll, welcher gelegentlich zur Verbesserung der Durchblutung der Arme, z. B. beim Raynaud-Syndrom durchgeführt wird.

Diese Ursachen sind differenzialdiagnostisch abzuklären, wobei ein Tumor eine relativ häufige Ursache darstellt und vorrangig gesucht werden muss. Bildgebende Verfahren zur Darstellung pathologischer Strukturen im oberen Brust- und im Halsbereich nehmen in der Diagnostik eine zentrale Stellung ein.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Verweise


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).