Baraka Nairobi Feeding Projekt

In den riesigen Barackensiedlungen vor den Toren Nairobis leben etwa 300 – 500000 Menschen unter ärmlichsten Verhältnissen. Es herrscht mangelnde Hygiene; es breiten sich Infektionskrankheiten aus; viele, besonders auch Kinder, leiden an Unterernährung und sind ohne unsere Hilfe dem Tode geweiht. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, die Kinder vorm Verhungern zu retten. Wir tun dies in einem Feeding-Projekt im Rahmen der Aktivitäten von Ä3W (Ärzte für die Dritte Welt).

Bild 01: Blick auf Mathare Valley Slum. Dies ist der zweitgrößte Slum in Nairobi mit geschätzten 300.000 – 500.000 Einwohnern.

Bild 02 u. 03: Small business (Verkauf von Obst, Gemüse und Fleisch) in unmittelbarer Nachbarschaft zur Müllhalde.

Vorbedingungen: Vor Aufnahme ins Feeding-Programm wird jedes Kind auf HIV getestet und bei mangelnder Gewichtszunahme auf Tuberkulose untersucht. Parallel werden die Mütter über wichtige Prinzipien gesunder Ernährung und Hygiene durch unsere Kinderkrankenschwestern und Ernährungsberaterin geschult.

Aussehen, Symptome: Die mangelernährten Kinder sind teilweise aufgeschwemmt, so dass man denken könnte, sie seien wohlgenährt. Dem ist aber keineswegs so. Ihnen fehlen hungerbedingt Eiweiße im Blut, und es haben sich dadurch Wassereinlagerungen gebildet. Das dralle Aussehen ist also durch Ödeme bedingt. Die Bilder zeigen das Vollbild des „Kwashiorkor“.

 

Bilder 04 – 06: Kind mit Kwashiorkor (Fehlernährung durch Mangel an Proteinen, Vitaminen und Spurenelementen) mit typischen Wassereinlagerungen an den Beinen, ausladendem Bauch und rundlichem Gesicht mit traurigem Blick.

Infektionsgefahr: Teilweise sind die Kinder nur noch Haut und Knochen, völlig adynam; sie haben keine Kraft und keinen Antrieb mehr. Sie sind infektionsgefährdet und leiden auch häufig unter Tuberkulose. Manche sind HIV-infiziert. Es kommt durch Einschmelzen des Körperfetts und der Muskulatur schließlich zum „Marasmus“, der jederzeit mit dem Tod enden kann.

Bild 07: Apathisches Kind mit Marasmus, einem schwersten Hungerzustand.

Bilder 08 und 09: Kind mit lebensbedrohlichem Marasmus

Feeding und Schulung: Die Kinder, die in unser Feeding-Programm aufgenommen werden, bekommen täglich einen Beutel plumpy nut (500 kcal/Beutel), dazu Multivitamine, Zink, Folsäure, Vitamin A und ab der zweiten Woche Eisen sowie eine Wurmkur. Sie werden wöchentlich zur Gewichtskontrolle einbestellt.

Das Feeding-Programm beschränkt sich nicht nur auf die Abgabe von Nahrungsmitteln. Wie schon erwähnt, gehört auch eine Schulung der Mütter hinzu. Wenn alles richtig gemacht worden ist, ist der Erfolg der Nahrungszufuhr messbar! Die Mütter werden mit ihren Kindern immer wieder gesehen, um Gewicht und Gesundheitszustand der Kinder zu kontrollieren und zu registrieren. Eine mangelhafte Gewichtszunahme lässt immer an eine Krankheit, wie z. B. eine Tuberkulose, denken.

Unser Feeding-Programm umfasst derzeit:

  • wet feeding (warme Mahlzeit) 250 Patienten
  • Plumpy nut 40 Kinder
  • Milch 30 Kinder
  • Rachitis-Therapie 25 Kinder
  • Mittagessen für Schule/Kindergarten 300 Kinder

 

Bild 10: Im Feeding-Programm behandelte Kinder bei Kontrolluntersuchungen.

Bilder 11 und 12: Vorräte, die benötigt werden.

Bilder 13 und 14: Die Kinder werden je nach Alter und Schweregrad mit Milch, Porridge oder Plumpy Nut (hochkalorische Paste auf Erdnussbasis) versorgt.

Die_Autoren

Bilder und Texte dieses Beitrags stammen von Claudia Stern, Nicole Zeller und Friedrich Kluge.

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REF 5405 (Dies ist der Hinweis an Ä3W, dass das Geld den Projekten von Prof. Kluge, Dr. Claudia Stern und Dr. Nicole Zeller zukommt.)