Pastinaken

Die Pastinake (oder: der Gemüse-Pastinak, engl.: parsnip, Pastinaca sativa) ist wie die Möhre eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit weißer Wurzelrübe. Sie hat einen leicht süßlich-herben aromatischen Geschmack und enthält nahrhafte Stärke. Die Wildform (Wiesen-Pastinak) hat gegenüber dem Gemüse-Pastinak eine nur schmale, nicht ergiebige Wurzel.

Vor Einfuhr und Anbau der Kartoffel war die Pastinake eines der Grundnahrungsmittel in Europa. Sie wird im Spätherbst, oft nach dem ersten Frost geerntet und dient über den Winter als Gemüse. Heute spielt sie in der herkömmlichen europäischen Küche keine besondere Rolle mehr.

Die Pastinake enthält eine Reihe bioaktiver Substanzen, weshalb sie in der traditionellen Medizin eine Rolle gespielt haben soll.

Bedeutung als Baby-Brei

Immer häufiger wird Pastinaken-Püree als erster Baby-Brei zum Aufbau der Ernährung beim Abstillen von Säuglingen empfohlen.

  • Stuhlgang: Da Pastinaken stuhlfestigend wirken, eignen sie sich besonders zur Regulierung von zu breiigem, dünnem Stuhl, auch besonders, wenn sie mit zu starken Blähungen verbunden sind. Wird der Stuhl zu fest, sollte der Anteil der Pastinaken an der Füttermenge reduziert werden. Eine Gegenregulation gelingt häufig durch Birnenmus, das stuhllockernd und konsistenzmindernd wirkt.
  • Allergie-Vermeidung: Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Pastinaken-Brei (ohne sonstige Gewürze) bei Allergie-gefährdeten Kindern günstig sei (hypoallergene Kost). Laut einer früheren Untersuchung an Menschen mit Allergie gegen Birkenpollen lösten Pastinaken jedoch häufiger Reaktionen aus wie Jucken, Kribbeln, Ödem der Lippen oder Zunge als Steckrüben, Tomaten, Zwiebeln und Petersilie [1].

Inhaltsstoffe, biologische Wirksamkeit

Furocoumarine (wie Psoralen) in Pastinaken [2] wirken unter Lichteinfluss toxisch (phototoxisch) und durch Reaktion mit der DNA photomutagen und krebserregend. Bei Belichtung der Haut mit niedriger Wellenlänge kann eine Photodermatitis entstehen. Diese Effekte seien allerdings erst bei sehr hohen Dosen zu erwarten, die bei normalem Verzehr nicht erreicht werden [3]. Es wurden jedoch elf Fälle einer Phytophotodermatitis mit ausgeprägten Ödemen und Bullae durch Kontakt mit Pastinaken bei der Ernte mit der Hand und nach Sonnenbestrahlung beschrieben J Accid Emerg Med. 1999 Nov;16(6):453-4. Auch Sellerie enthält Furocoumarine; so dass entsprechende Vorsicht bei Landarbeitern mit Hautkontakt geboten ist.

Vorsicht bei der Lagerung

Die Konzentration an Furocoumarinen steigt bei nicht gekühlter Lagerung durch bakterielle Einwirkung außerordentlich stark an [4]; daher wird empfohlen, Pastinaken nach der Ernte tief zu gefrieren, oder auf andere Weise eine bakterielle Infektion zu verhindern [5].

Verweise

Literatur

  1. ? Contact Dermatitis. 1977 Apr;3(2):79-84
  2. ? Toxins (Basel). 2010 September; 2(9): 2289–2332
  3. ? Food Chem Toxicol. 1991 Aug; 29(8):523-30.
  4. ? Experentia. 1986;42:1302–1304
  5. ? J Agric Food Chem. 2002 Apr 24;50(9):2565-70