SIRS

SIRS ist ein Akronym für „Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom“. Es handelt sich um eine Kriterienzusammenstellung mit prognostischer Bedeutung für eine Sepsis.

Ursachen

Das inflammatorische Response-Syndrom kann von einer Reihe von Ursachen hervorgerufen sein:

  • bakterielle Infektion
  • viralen Infektion
  • Pilzinfektion
  • chemische / toxische Einflüsse
  • immunologische Reaktionen (z. B. schwere Autoimmunpankreatitis)

Diagnostik

Zusammen mit dem Verdacht auf eine Infektion sollten mindestens zwei der folgenden Parameter vorliegen:

  • erhöhte oder erniedrigte Körperkerntemperatur (Fieber >38 Grad C., Untertemperatur < 36 Grad)
  • erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie >90/min)
  • erhöhte Atemfrequenz (Tachypnoe >20/min)
  • erhöhte oder erniedrigte Leukozytenzahl (Leukozytose (>12000/μl) oder Leukopenie (<3800/μl))

Zur Klärung der wichtigen Frage, ob es sich um eine bakterielle Infektion mit Ausbildung einer Sepsis handelt, werden Procalcitonin bestimmt und Blutkulturen angelegt.

Verlauf und Prognose

In einer Auswertung von 96385 Falldaten über 14 Jahre verbesserte sich die Mortalität der Sepsis deutlich. Bei einer SIRS-positive Sepsis (die den SIRS.Kriterien genügte) sank die Mortalität 36,1% auf 18,3%, in der SIRS-negativen Sepsisgruppe von 27,7% aug 9,3%. 1)N Engl J Med. 2015 Apr 23;372(17):1629-38. DOI: 10.1056/NEJMoa1415236. Epub 2015 Mar 17. PMID: … Continue reading

An der SIRS-Klassifikation wurde Kritik geübt. Die SIRS-Kriterien versagen in 1 von 8 Sepsis-Patienten. Auch fallen etliche Fälle falsch positiv aus. Daher hat die dritte Task-Force zur internationalen Konsensusdefinition für Sepsis und septischen Schock (Sepsis-3) neue Kriterien entwickelt (qSOFA): positiv bei einem Score ≥ 2 (systolische Blutdruck ≤ 100 mm Hg; Atemfrequenz ≥ 22/min; oder Glasgow-Coma-Scale-Score < 15). Bei einer Sepsis mit positivem Bakteriennachweis waren die qSOFA-Kriterien bezüglich einer Vorhersage der Krankenhausmortalität deutlich besser als die SIRS-Kriterien. 2)BMJ Open . 2021 Jun 16;11(6):e041024. DOI: 10.1136/bmjopen-2020-041024. 3)JAMA. 2016 Feb 23;315(8):762-74. DOI: 10.1001/jama.2016.0288. Erratum in: JAMA. 2016 May … Continue reading (Siehe auch hier.)


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Verweise



Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


Literatur

Literatur
1 N Engl J Med. 2015 Apr 23;372(17):1629-38. DOI: 10.1056/NEJMoa1415236. Epub 2015 Mar 17. PMID: 25776936.
2 BMJ Open . 2021 Jun 16;11(6):e041024. DOI: 10.1136/bmjopen-2020-041024.
3 JAMA. 2016 Feb 23;315(8):762-74. DOI: 10.1001/jama.2016.0288. Erratum in: JAMA. 2016 May 24-31;315(20):2237. PMID: 26903335; PMCID: PMC5433435.