Diabetes mellitus – einfach erklärt

Diabetes mellitus bedeutet Zuckerkrankheit. Sie ist die häufigste Stoffwechselkrankheit des Menschen. Diese Seite “Diabetes mellitus – einfach erklärt” soll die Zusammenhänge um die Erkankung, ihre Behandlung und die Vorbeugung ihrer Komplikationen verständlich machen. Beim Diabetes sind zwei Typen zu unterscheiden:

  • Der Typ-2-Diabetes tritt am häufigsten auf und tritt meist im Erwachsenenalter zutage. Bei ihm spielt Übergewicht eine entscheidende Rolle. Da die Tendenz zur Fettleibigkeit in der westlichen Welt zunimmt, nimmt auch dieser Typ deutlich zu. Er wird zunächst diätetisch, mit oralen Medikamenten und später mit Insulin behandelt.
  • Der Typ-1-Diabetes ist deutlich seltener und tritt bereits in der Jugend auf. Er beruht von vorneherein auf einem Insulinmangel und bedarf entsprechend therapeutisch auch von vorneherein einer Insulinzufuhr.

In jedem Fall ist die Zuckerkrankheit komplikationsträchtig. Und die Lebenserwartung der Erkrankten ist deutlich verkürzt, wenn nicht frühzeitig und ausreichend intensiv behandelt wird.


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Allgemeines zum Diabetes

Der Diabetes mellitus ist eine nicht heilbare, aber meist gut beeinflussbare häufige Stoffwechselkrankheit. Menschen, die daran leiden, sollten sich intensiv mit der Krankheit und seiner Behandlung befassen, da sie selbst entscheidend dazu beitragen können, dass die gefährlichen Komplikationen wie Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Zuckerkoma (diabetisches Koma) und Spätschäden (wie Nierenschäden, Sehminderung und Schäden der Nerven und Blutgefäße) vermieden werden. Die Anstrengungen lohnen! Diabetiker können heute, wenn sie sich rechtzeitig und konsequent in ihrer Lebensführung und Behandlung darauf einstellen, ein gesundes Leben führen und die Lebenserwartung weitgehend normalisieren.


Diabetes mellitus – Neues


Was Diabetes mellitus ist

Diabetes mellitus bedeutet “Zuckerdurchfluss”, da der Urin nicht behandelter Diabeteskranker süß schmeckt (in früheren Zeiten wurde zur Diagnosestellung eine Geschmacksprobe genommen). Es handelt sich um eine Störung des Zuckerstoffwechsels, bei der die Zellen des Körpers den im Blut transportierten Traubenzucker (Glukose) nicht ausreichend aufnehmen und verwerten können. Er steht damit den Zellen als Energiequelle nicht bedarfsgerecht zur Verfügung.

Typ-1-Diabetes

Der Typ-1-Diabetes ist der Typ einer Zuckerkrankheit, der bereits als Kind auftritt. Kinder, die an diesem Typ leiden, sind von vorneherein auf Insulin angewiesen. Denn bei diesem Typ liegt die Ursache in einer Störung der Bildung von Insulin, dem Hormon der Bauchspeicheldrüse, welches den Zuckerstoffwechsel reguliert. Fehlt es, so kann der Zucker (Glukose) des Bluts nicht genügend verwertet werden: der Blutzucker steigt. Den Zellen, die Zucker als Energiequelle benötigen (vor allem auch die Zellen des Gehirns!), fehlt der Zucker dagegen als Energiequelle.

Die für die Insulinbildung zuständigen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse werden vom Körper durch den Angriff des eigenen Immunsystems allmählich zerstört. Ursache des Typ-1-Diabetes ist also das fehlgeleitete eigene Immunsystem des Körpers. Er ist damit eine Autoimmunkrankheit.

Zunächst macht sich der Mangel an Insulin nur in Situationen eines hohen Bedarfs z. B. nach Mahlzeiten bemerkbar, später (wenn immer mehr Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört sind) reicht die Insulinproduktion auch nicht mehr für die Basisversorgung des Körpers aus.

Die ersten Symptome sind dann Schwindel, Benommenheit oder Konzentrationsschwäche. Der Körper wehrt sich, indem er Traubenzucker (Glukose) aus seinen Reserven zu mobilisiert, was er unter anderem durch Hormone wie Adrenalin zustande zu bringen versucht. In dieser Phase der noch leichten Unterzuckerung verspürt der Betroffene meist

  • Zittrigkeit,
  • Herzklopfen (schneller Herzschlag) und
  • Unruhe.

Später tritt ein Schock durch Unterzuckerung auf (hypoglykämischer Schock). Solch ein Unterzuckerungsschock kann erstes Symptom sein und zur Erkennung des Typ-1-Diabetes führen.

Menschen mit Typ-1-Diabetes sind in der Regel nicht übergewichtig, sondern normal- oder gar untergewichtig. In der Anfangsphase der Erkrankung fällt manchmal eine Gewichtsabnahme auf, die auf Einschmelzung von Körperfett zurückzuführen ist. Denn Körperfett wird beim Typ-1-Diabetes wegen des Insulinmangels statt der Glukose als Energiequelle benutzt.

Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetes, der deutlich häufiger vorkommt als der Typ-1-Diabetes, lässt sich oft eine genetische Grundlage wahrscheinlich machen, nämlich wenn in der Blutsverwandtschaft ein weiterer Typ-2-Diabetes erfragt werden kann (siehe Familienanamnese). Patienten, die an diesem Typ leiden, sind in der Regel bereits erwachsen und mehr oder weniger stark übergewichtig; er wird oft auch als Altersdiabetes bezeichnet.

Die Zuckerkrankheit zeigt sich – wenn sie nicht zuvor schon durch den Arzt mit Hilfe von Blut- und Urinuntersuchungen festgestellt wurde – durch eine Harnflut. Wenn ein Mensch zunehmend mehr Urin verliert und immer mehr Durst bekommt, muss an einen Typ-2-Diabetes gedacht werden. Der Arzt denkt bereits bei Übergewicht an diese Möglichkeit, besonders wenn ihm andere Familienmitglieder mit Diabetes bekannt sind.

Beim diesem Typ 2 liegt nicht eine Störung der Insulinbildung (wie beim Typ 1), sondern eine Störung der Insulinwirkung vor. Die Körperzellen reagieren auf Insulin nicht mehr in der natürlichen Weise mit der Aufnahme und Verwertung von Zucker (Glukose), die sie dringend für ihre Funktionen benötigen. Um ihnen dennoch Glukose zukommen lassen zu können, wird immer mehr Insulin produziert. Das geht eine Weile gut, bis sich jedoch irgendwann die Fähigkeit der Inselzellen, Insulin zu bilden, erschöpft.

Das bedeutet, dass ein Patient mit Typ-2-Diabetes in der Anfangsphase durch eine gegenregulatorisch erhöhte Insulinproduktion noch normale Blutzuckerwerte erreichen kann, später (bei Erschöpfung der Insulinfabrik) jedoch zunehmend auf von außen zugeführtes Insulin angewiesen ist. Er wird im Spätstadium von Insulin-Injektionen abhängig, d. h. er wird genauso insulinpflichtig, wie es der Typ-1-Diabetiker von Anfang an ist.

Wichtig ist es zu wissen, dass Übergewicht in der Jugend eine deutliche Steigerung des Risikos bedeutet, im späteren Leben einen Typ-2-Diabetes zu bekommen. Wer als Kind jedoch übergewichtig ist und es schafft, bis zur Pubertät normalgewichtig zu werden, der hat kein erhöhtes Risiko mehr! 1)N Engl J Med 2018; 378:1302-1312 DOI: 10.1056/NEJMoa1713231


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Literatur   [ + ]

1. N Engl J Med 2018; 378:1302-1312 DOI: 10.1056/NEJMoa1713231