Hepcidin

Bedeutung im Eisenstoffwechsel


Hepcidin kommt eine zentrale Rolle im Eisenstoffwechsel und in Eisenspeicherkrankheiten (siehe unter Hämochromatose) zu [1][2]. Es ist ein Oligopeptidhormon (25 Aminosäuren) aus der Leber, das die Aktivität von Ferroportin herabsetzt. Es bewirkt seine Internalisierung und Degradierung. Bei Eisenmangel (z. B. bei einer Blutungsanämie) wird die Synthese von Prohepcidin gehemmt[3], wodurch im Regelkreis Ferroportin weniger inaktiviert wird und damit mehr für die Eisenresorption zur Verfügung steht.

Bakterizides Prinzip


Ursprünglich war Hepcidin entdeckt worden als bakterizides Prinzip im Urin. Möglicherweise sind manche Bakterien, deren Wachstum von Eisen abhängig ist, besonders empfindlich vom Eisenspiegel des Körpers. Dann wäre ein niedriger Eisenspiegel „schlecht“ für eine bakterielle Ausbreitung aber „gut“ für die Körperabwehr. So könnte sich erklären, dass der Körper bei entzündlichen Prozesses sein verfügbares Eisen herunter reguliert, nämlich durch vermehrte Produktion von Hepcidin über den Effekt einer vermehrten Inaktivierung von Ferroportin (u. a. Sequestrierung in Makrophagen).

Regulation

Die Hepcidin-Bildung wird durch Entzündungsmediatoren hochreguliert, ebenso wie durch Eisen. Es wird dagegen gegenregulatorisch herunter reguliert durch Eisenmangel, ineffektive Erythropoese und Hypoxie. Auch bei der chronischen Hepatitis C und vermehrten Alkoholgenuss findet sich eine erniedrigte Hepcidin-Synthese, was die vermehrte Eisenakkumulation im Körper, speziell in der Leber erklärt [4]. Hepcidin findet sich auch bei der Porphyria cutanea tarda erniedrigt.

Genetischer Defekt

Ein genetischer Defekt der Bildung von Hepcidin führt zur Eisenüberladung des Körpers bereits in der Jugend (juvenile Hämochromatose, siehe hier). [5].

Menschen mit Mutationen des HFE-Gens, von Hämojuvelin (HJV) und des Transferrinrezeptors 2 (TfR2) haben niedrige Spiegel von Hepcidin.

Wirkung am Darm

Hepcidin bindet an die Plasmamembranen der Mukosazellen der Dünndarmschleimhaut. Bindungspartner ist Ferroportin, das durch die Bindung in seiner Fähigkeit, Eisen ans Plasma (Transferrin) abzugeben, inaktiviert wird (s.u.).

Verweise

Literatur

  1. ? Eur J Haematol. 2007 Jan;78(1):1-10
  2. ? Annu Rev Pathol. 2009;4:489-515.
  3. ? Hepatology. 2005; 42: 466-72
  4. ? Liver Int. 2012 Jul;32(6):880-93
  5. ? Übersicht: Best Pract Res Clin Haematol. 2005; 18:171-82