Tuberkulose

Therapie

Bei adäquater Therapie war die Tuberkulose bislang fast immer heilbar. Allerdings machen seit einigen Jahren Multiresistenzen (Multidrug-resistant: MDR) eine adäquate Therapie zunehmend schwer. Problematisch sind die Toxizität und Unverträglichkeit sowie die aus anderen Gründen vielfach inkonsequent zu kurze und unzuverlässige Einnahme der Medikamente, die Resistenzen fördern. Unbehandelt verläuft die Tuberkulose meist innerhalb von 5 Jahren letal.

Generell verwendet man aufgrund der starken Resistenzbildung eine antibiotische Kombinationstherapie.

Mittel der ersten Wahl: INH (Isoniazid), Rifampicin, Ethambutol, Pyrazinamid und Streptomycin (das heute jedoch wegen seiner erheblichen Nebenwirkungen meist nicht mehr in erster Linie gegeben wird).

Neue Medikamente, die bei Medikamentenunverträglichkeit als Reserve dienen können, und die bei den zunehmend resistenter werdenden Stämmen von Tuberkelbakterien wirksam sind, werden dringend benötigt. Delamanid (Deltyba®) und Bedaquilin (Sirturo®) sind solche Neuentwicklungen, auf denen Hoffnungen liegen.

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Vorsorge

Die geschlossene Tuberkulose ist nicht infektiös. Kommt es zu Einschmelzungen und Anschluss des Kaverneninhalts an die Bronchien oder den Harntrakt, so wird die Tuberkulose offen und infektiös.

Die beste Vorsorge bezüglich einer Tuberkuloseausbreitung ist der frühzeitige Nachweis von Tuberkulosebakterien bei Menschen mit erhöhtem Risiko und entsprechend frühzeitige Maßnahmen (Isolation und Therapiebeginn). Bei Risikogruppen haben sich Röntgenuntersuchungen bewährt, wie sie bei Flüchtlingen aus Risikogebieten wieder eingeführt worden sind 1)RKI-Empfehlungen zum Tuberkulose-Screening http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/Tuberkulose/TB-Screening_Asylsuchende_Tab.html;jsessionid=CA7FC9B259761E40BAB469F2584A7D96.2_cid363.

Bei offener Tuberkulose ist zur Ansteckungsprophylaxe eine Isolierung erforderlich. Wie lange Ansteckungsfähigkeit besteht, hängt von der Ausprägung der Tuberkulose (z. B. Größe der Kaverne) und der Medikamentenempfindlichkeit der Mykobakterien ab. Unter günstigen Bedingungen kann bereits nach 2-3 Wochen eine Keimnegativität erreicht werden (siehe RKI-Merkblatt).

Zur Infektionsverhütung bei verdächtigter, nachgewiesener und offener Tuberkulose siehe auch die AWMF-Leitlinie.


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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

 

 


Literatur   [ + ]

1. RKI-Empfehlungen zum Tuberkulose-Screening http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/Tuberkulose/TB-Screening_Asylsuchende_Tab.html;jsessionid=CA7FC9B259761E40BAB469F2584A7D96.2_cid363