Niereninsuffizienz
Die Niereninsuffizienz ist eine Störung der Ausscheidung von kompetentem Urin; es werden nierenpflichtige Substanzen im Körper retiniert, bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz auch Flüssigkeit, was zu Ödemen führen kann. Die Funktionsstörung kann postrenal durch eine Abflussstörung des Urins, renal durch eine Nierenerkrankung oder prärenal durch Flüssigkeitsmangel bedingt sein. Je nach Ursache gestaltet sich die Therapie.
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[bearbeiten] Definition
Unzureichende Ausscheidungsfunktion der Nieren mit Anstieg der Retentionsparameter (z. B. Harnstoff und Kreatinin) im Blut. Es wird die kompensierte Niereninsuffizienz mit noch normalen Nierenwerten von der dekompensierten Niereninsuffizienz mit erhöhten Nierenwerten im Blut unterschieden.
[bearbeiten] Ursachen
- Glomerulopathien
- Nierenentzündungen (Nephritiden)
- Glomerulonephritis verschiedener Genese
- Chronische tubulointerstitielle Nephritis
- chronische Pyelonephritis
- Glomeruläre Schädigung ohne mikroskopische Entzündungszeichen z. B. Minimal change GN, Glomerulosklerose bei Hypertonie oder bei Diabetes mellitus (Kimmelstiel Wilson)
- chronische medikamentöse Nierenschädigung (z. B. Analgetikanephropathie)
- metabolische interstitielle Nephropathie (z. B. Uratnephropathie (siehe auch unter Gicht), Oxalatnephropathie)
- Angeborene Nephropathien wie z. B. Zytsennieren, Alport-Syndrom
- Harnwegsobstruktion (Harnabflussstörungen mit Harnstauungsniere z. B. bei Harnleiterverschluss durch Tumor oder Konkrement, retroperitoneale Fibrose (Morbus Ormond))
- prärenales Nierenversagen: die Nieren reduzieren die Ausscheidung bei Flüssigkeitsmangel im Körper (z. B. bei mangelhafter Flüssigkeitsaufnahme, häufig bei alten und schwachen Menschen), bei zu niedrigem Blutdruck (z. B. bei großem Blutverlust) oder bei zu geringem zentral wirksamem Kreislaufvolumen (z. B. bei dekompensierter Leberzirrhose mit Aszites)
[bearbeiten] Ausprägung
- Kompensierte Retention (Clearance ist vermindert, aber Serum-Kreatinin liegt noch im Normbereich: das Kreatinin im Serum steigt erst nach Verlust von etwa 50% der normalen Nierenfunktion an)
- Niereninsuffizienz: erkennbar an erhöhten Nierenwerten (Kreatinin) bei Blutuntersuchungen, keine eigenen klinischen Zeichen.
- Urämie: stark erhöhte Werte für Kreatinin und Harnstoff mit Störung des Wasserhaushalts (Ödeme), der Elektrolyte im Blut (meist Hyperkaliämie und Hyponatriämie) sowie klinischer Symptomatik wie z. B. Übelkeit und Erbrechen, Enzephalopathie (z. B. Somnolenz), urämischer Geruch, urämische Perikarditis (Perikardreiben!) und Pleuraergüssen), Muskelkrämpfe, Hypertonie und Herzinsuffizienz (mitbedingt durch Hypervolämie), Pruritus.
[bearbeiten] Diagnostik
Wichtige diagnostische Hinweise geben folgende Untersuchungsmethoden:
Laborwerte: Kreatinin, Harnstoff, Kreatinin-Clearance (insbesondere zur Erfassung einer kompensierten Retention), Blutbild (renale Anämie?), ggf. Erythropoetin (Klärung einer Anämie), Urinbefund (Bakterien? Eiweiß? pH? Nitrit? Erythrozyten? Leukozyten?), Elektrolyte
Sonographie: Unterscheidung von akuter und chronischer Niereninsuffizienz, Erkennung eines postrenalen Abflusshindernisses
Weitere Methoden sind u. U. erforderlich (bis hin zur Nierenpunktion zur Gewinnung einer Histologie oder einer Ureterographie)
[bearbeiten] Therapie
Die Therapie berücksichtigt u. a. :
- die Ausprägung (z. B. bei Urämie Dialyse)
- die Ursache: z. B. Flüssigkeitssubstitution bei Hypovolämie, Antibiotika bei Pyelonephritis, Immunsuppression bei Morbus Wegener
- die Wasserretention (z. B. Diuretika, cave zusätzliche Elektrolytdysbalance, ggf. Hyperkaliämie- oder Hypokaliämie-Gefahr oder Hyponatriämie); Flüssigkeitskontrolle (Aus- und Einfuhr-Bilanz)
- eine Azidose (Bikarbonat; leichte Azidosen brauchen in der Regel nicht ausgeglichen zu werden)
- eine Anämie: eine Bluttransfusion ist bei chronischer Anämie wegen der bereits stattgefundenen Adaptation des Körpers meist erst bei relativ niedrigen Hämoglobin-Werten erforderlich; bei Symptomen wie Angina pectoris schon früher.
- die Auswirkungen: z. B. Therapie einer Elektrolytdysbalance, einer begleitenden Hypertonie oder einer Herzinsuffizienz.
- diätetische Maßnahmen (bei Urämie z. B. Proteinrestriktion bei genügender Kohlenhydrat- und Fettzufuhr zur Verminderung der Harnstoffproduktion, Vermeidung zu hoher Kaliumzufuhr etc. Diätberatung!




