Funktionelle Dyspepsie
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[bearbeiten] Definition
Funktionelle Störung des oberen Magendarmtrakts ohne morphologisches Korrelat
[bearbeiten] Ätiopathogenese
Ursache und Pathogenese sind unklar. Ob Helicobacter pylori eine Rolle spielt, ist umstritten. Neuere Erkenntnisse besagen, daß wohl verschiedene Typen bestehen. In einer Studie fanden sich in der Gruppe mit prädominanten Schmerzen mehr Patienten mit Helicobacter-pylori-Infektionen, in der mit prädominantem Völlegefühl mehr Patienten mit Magenentleerungsverzögerungen und begleitendem Reizdarmsyndrom. Es gibt daher möglicherweise zwei Dyspepsietypen [1] :
- den Schmerztyp
- den Völletyp
[bearbeiten] Symptomatik
Es finden sich unspezifische Beschwerden, wie Übelkeit (Nausea), Völlegefühl und epigastrische Schmerzen. Sie sind häufig verbunden mit den Symptomen des Reizdarmsyndroms wie vermehrter schmerzhafter Meteorismus und durchfällige Stühle oder Obstipation.
[bearbeiten] Diagnostik
Die Diagnostik ist im Prinzip eine Ausschlussdiagnostik. Grundlage ist eine ausführliche Anamnese!
- Basisdiagnostik: Da differentialdiagnostisch verschiedene Krankheiten, wie Gastritis, Ulkusleiden, akute Pankreatitis, Cholangitis, Leberaffektionen oder eine Herzerkrankung zu erwägen sind, gehören zur Grunddiagnostik sowohl Laborwerte (Entzündungsparameter, Blutbild, Leberwerte und Pankreasenzyme), Abdomensonographie (Magenwand, Pankreas, Leber und Gallenwege, Gefäße des Abdomens, Lymphknoten, Raumforderungen etc.), EKG und ggf. Belastungs-EKG (koronare Herzkrankheit mit Oberbauchsymptomatik), als auch eine Gastroskopie (Ulkus-, Gastritis- und Tumordiagnostik, Beurteilung eines galligen Refluxes oder einer Entleerungsstörung des Magens).
- Gastroskopisch findet sich hin und wieder eine Hypermotilität, eine funktionelle Pylorusenge (Pylorusspastik) oder ein galliger Reflux (mit gastritischen Veränderungen und intestinalen Metaplasien), manchmal auch eine auffallende Hypomotilität, so dass dyskinetische Veränderungen wesentlich an der Symptomatik beteiligt zu sein scheinen.
- Weiterführende Untersuchungen: Dazu gehören u. U. eine MRCP oder ERCP oder eine hepatobiliäre Sequenzszintigraphie; sie dienen zum Ausschluß seltener Differentialdiagnosen, wie einer Papillensklerose, und sind nur in schwierigen Fällen erforderlich.
- Vor aufwendigen und eingreifenden diagnostischen Maßnahmen sind manchmal ex-juvantibus-Therapieversuche gerechtfertigt.
[bearbeiten] Therapie
- Prokinetika (Metoclopramid, Domperidon) können bereits zu einer deutlichen Verbesserung führen. Wenn eine Hypersekretion vorliegt, nutzen zusätzlich Protonenpumpenblocker.
- Zur Bindung von Gallebestandteilen kann ein Antazidum zwischen den Mahlzeiten dienen.
- In Fällen eines ausgeprägten galligen Refluxes sind diese Maßnahmen manchmal unzureichend; dann sollte eine biochemische Umstimmung der Galle durch 3 x 250 mg Ursodesoxycholat für einige Wochen versucht werden.
- Wenn eine dichte Helicobacter-Besiedlung der Magenschleimhaut festgestellt wird, ist eine Eradikation sinnvoll, aber bezüglich der Symptomatik nicht in jedem Fall erfolgreich.
[bearbeiten] Verweise
- Weiteres zur Dyspepsie
- Gastritis
- Reizdarm
- Gastroskopie
[bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Perri F. et al. Am J Gastroenterol 1998; 93: 2082-2088




