Atemnot (Dyspnoe) ist ein vieldeutiges Symptom. Ursachen können Krankheiten des Herzens, der Lunge oder des Bluts sein; oft liegt eine Kombination von ihnen vor. Die diagnostischen Schienen verlaufen entsprechend vielfältig und die Therapie kann je nach Ursache sehr unterschiedlich ausfallen. Während Atemnot ein sujektives Gefühl darstellt, beschreibt der Begriff Ateminsuffizienz die objektive Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Die Atemnot ist also meist Folge einer Ateminsuffizienz, sie kann jedoch auch ohne Ateminsuffizienz rein psychisch bedingt sein.
![]() | ![]() |
Inhaltsverzeichnis |
Ausprägung
Die Atemnot wird nach ihrem Schweregrad eingeteilt:
- in Ruhe: Ruhedyspnoe, in der Regel mit einer Atemfrequenz von über 20/min verbunden,
- bei Belastung: Belastungsdyspnoe (z. B. semiquantifizierbar über Zahl der Treppenstufen, nach denen Dyspnoe einsetzt)
- im Sitzen: Orthopnoe
Ursachen
Folgende Ursachen einer Atemnot sind zu differenzieren:
- Herzerkrankung mit Herzinsuffizienz (siehe auch unter "Kardiologie")
- Lungenkrankheit (z. B. Pneumonie, Asthma bronchiale, Lungenemphysem, Lungenembolie, Lungentuberkulose, Bronchialkarzinom), (siehe auch unter "Pneumologie")
- Einschränkung der Atemfläche von außen, z. B. bei einem Pleuraerguss oder einem Tumor im Bereich der Pleura oder des Mediastinums,
- Mangel an Erythrozyten, Anämie bei Blutverlust, Verkürzung der Erythrozytenlebenszeit oder Störung der Blutbildung (bezüglich Anämie siehe bei Tumorkrankheiten unter "Hämatoonkologie" oder bei Blutungen im Magendarmtrakt unter "gastrointestinale Blutung"), Sonderformen u.a.: renale Anämie (bei Nierenkrankheit), Eisenmangelanämie, perniziöse Anämie bei Vitamin-B12-Mangel.
- Überwässerung des Körpers aus nicht-kardialen Gründen z. B. bei schwerer Niereninsuffizienz (Urämie) oder Leberinsuffizienz (z. B. Leberzirrhose),
- Subjektive Atemnot ohne organische Grundlage (z. B. bei psychischer Erregung, Angst mit Hyperventilation)
Diagnostik
- Anamnese (Vorerkrankungen, Ausprägung, mögliche Auslösung), z. B.:
- Thromboseneigung (bzgl. Lungenembolie)
- Blutverlust? Regelblutung der Frau, Trauma, Blut im Stuhl,
- bekannte Tumorerkrankung? (kann zu Blutarmut und damit zu Atemnot führen)
- bekannte Bluterkrankung?
- bekannte Lungenerkrankung?
- bekannte Herzerkrankung?
- Hypertonie? (kann zu Herzinsuffizienz und damit zur frühzeitiger Atemnot bei geringer Belastung führen)
- Beginn plötzlich (z. B. bei Lungenembolie) oder allmählich (wie oft bei Herzinsuffizienz, Lungenemphysem oder Anämie)?
- körperlicher Untersuchungsbefund,
- hörbarer Stridor beim Einatmen: Atemhindernis im Bereich der oberen Luftwege oder des Kehlkopfs,
- Lungenauskultation und Perkussion: Zeichen eines Emphysems, einer Pneumonie, eines Pleuraergusses etc.?
- Herzuntersuchung: Zeichen der Herzinsuffizienz, Rhythmusstörung, Herzgeräusche (Erkrankung der Herzklappen)?
- Ödeme?
- Halsveneneinflussstauung (bzgl. einer Rechtsherzinsuffizienz)?
- blasse Schleimhäute (bzgl. einer Anämie)?
- Zeichen einer Thrombose (bzgl. einer Lungenembolie)?
- Hinweis auf Tumor (tastbare oder sichtbare Raumforderung)?
- Laborwerte (Blutbild - bei Anämie mit Retikulozyten, Eisen, Ferritin (bzgl. einer Eisenmangelanämie) und ggf. Vitamin B12 (bzgl. einer perniziösen Anämie), Sauerstoffsättigung des Bluts, Nierenwerte (bzgl. einer renalen Anämie), Elektrolyte etc.),
- EKG' (z. B. Zustand nach Herzinfarkt? Herzrhythmusstörungen?),
- Röntgen der Lungen (Lungenstauung, Infiltrationen etc.?),
- ggf. weiterführende technische Untersuchungen je nach Ursache (weitere kardiologische, pulmologische oder hämatoonkologische Abklärung etc. so z. B.: Herzecho, CT-der Lungen und Lungenfunktionsprüfung, weitere Anämieabklärung und Tumorsuche)
Verweise
Fachinfos
Patienteninfos
- Die Lunge
- Lungenemphysem - einfach erklärt
- Asthma - einfach erklärt
- Das Herz
- Atemnot:Was der Arzt dazu fragt und welche Schlüsse er zieht
- eDOC Atemnot: Hilfe zur Selbstdiagnose





